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BMI bei Frauen ab 50: Was die Wechseljahre an der Zahl ändern

Welcher BMI gilt für Frauen mit 50 oder 55? Die Tabelle bleibt, doch in den Wechseljahren verschiebt sich das Fett. Was Studien zeigen und der BMI nicht.

Aktualisiert
07. November 2026

Für Frauen mit 50 oder 55 Jahren führt die WHO Europe keine eigene Tabellenzeile: Auch hier heißt ein BMI von 18,5 bis 24,9 Normalgewicht. Deinen Wert rechnest du mit dem BMI-Rechner aus. Die Wechseljahre ändern die Formel nicht, aber in dieser Zeit verschiebt sich, wo das Körperfett sitzt, und genau das sieht der BMI nicht.

Was der BMI über die Wechseljahre weiß

Nichts. Der BMI rechnet mit Gewicht und Größe. Ob deine Blutung noch regelmäßig kommt, fließt nicht ein. Einen eigenen Rechenweg für die Wechseljahre nennen die hier genutzten Quellen nicht.

Der Wert bleibt trotzdem nützlich. An der Tabelle siehst du, in welche Klasse er fällt. Er sagt nur nichts darüber, wie sich dein Körper gerade umbaut. Dafür brauchst du eine zweite Zahl.

Wann der Übergang stattfindet

Laut gesund.bund.de bilden die Eierstöcke ab etwa Mitte 40 allmählich weniger Östrogen. Die letzte Monatsblutung kommt im Durchschnitt mit 51 Jahren. Menopause heißt sie im Rückblick: Bleibt die Blutung ein Jahr lang aus, gilt das als Faustregel.

Der Zeitpunkt ist also ein Durchschnitt. Eine Frau mit 50 kann schon danach sein, eine andere mitten im Übergang, eine dritte noch davor. In der Studie, die wir gleich zeigen, lag das Alter bei der letzten Blutung im Schnitt bei 52,8 Jahren. Zwei Frauen mit 52 und gleichem BMI können daher an ganz unterschiedlichen Punkten stehen.

Was sich beim Fett verschiebt

Die SWAN-Studie begleitete 380 Frauen in den USA, die mittlere Beobachtungszeit (Median) lag bei 11,8 Jahren. Das Fett im Bauchraum wurde per DXA gemessen, die Taille per Maßband. Die Veränderung pro Jahr je nach Phase:

PhaseFett im BauchraumTaillenumfang
vor dem Übergangkeine signifikante Änderung+ 0,55 %
im Übergang+ 6,24 %+ 0,96 %
nach der Menopause+ 1,47 %+ 0,55 %

Die Zahlen gelten für die weiße Referenzgruppe der Studie und sind Durchschnitte. Sie sind keine Vorhersage für dich.

Spannend ist der Abstand zwischen den Spalten. Das Bauchfett zeigt im Übergang einen deutlichen Sprung. Die Taille steigt dagegen eher gleichmäßig, die Unterschiede zwischen den drei Phasen waren statistisch nicht signifikant. Das Forschungsteam schreibt, dass Taille und Hüfte Verschiebungen der Fettverteilung weniger empfindlich anzeigen. Das Maßband ist also ein grober Hinweis. Es ist aber das einzige dieser Verfahren, das du zu Hause nutzen kannst.

Zum Größenvergleich: Bei einer Taille von 82 cm wären 0,96 % im Jahr rund 0,8 cm. So eine Änderung fällt von Jahr zu Jahr kaum auf, über mehrere Jahre aber schon. Deshalb lohnt es sich, die Werte zu notieren.

Nimmt man durch die Wechseljahre zu?

Die Antwort hat zwei Teile. Laut gesund.bund.de nehmen viele Frauen in dieser Zeit etwas zu. Laut gesundheitsinformation.de steigt das Körpergewicht ab der Lebensmitte häufig, egal ob jemand Hormone nimmt oder nicht.

Eine Übersichtsarbeit von Davis und Kollegen trennt das genauer: Die Gewichtszunahme an sich lasse sich nicht dem Übergang zuschreiben. Die veränderte Hormonlage hänge aber mit mehr Körperfett und mehr Bauchfett zusammen. Der Körper kann sich also verändern, auch wenn die Waage kaum etwas zeigt.

In der RKI-Befragung von 2019/2020 hatten 51,1 % der Frauen zwischen 45 und 64 Jahren Übergewicht, Adipositas eingerechnet. 22,9 % hatten Adipositas, 2012 waren es in dieser Altersgruppe noch 19,3 %. Die Werte beruhen auf Selbstangaben und liegen vermutlich zu niedrig.

So kombinierst du BMI und Taille

Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft empfiehlt, ab einem BMI von 25 immer auch die Taille zu messen. Die ABDA nennt für Frauen zwei Grenzen. Ab 80 cm gilt das Risiko für metabolische und kardiovaskuläre Komplikationen als erhöht, ab 88 cm als deutlich erhöht.

Daraus ergeben sich vier Lesarten:

  • BMI gleich, Taille gleich: In diesen zwei Zahlen zeigt sich keine Veränderung.
  • BMI gleich, Taille größer: Das Gewicht ist stabil, der Bauchumfang nicht. Das ist der Fall, den der BMI allein übersieht.
  • BMI höher, Taille gleich: Das Gewicht hat zugenommen, am Bauch zeigt das Maßband aber keine Änderung.
  • BMI höher, Taille größer: Beide Zahlen gehen in dieselbe Richtung. Das ist ein guter Anlass für ein Gespräch in der Praxis.

Eine weitere Größe, die Taille und Körpergröße verbindet, ist die Waist-to-Height-Ratio. Wer tiefer einsteigen will, findet im Ratgeber zur Körperzusammensetzung die Messverfahren im Vergleich.

Warum ein einzelner Wert in den Wechseljahren wenig sagt

Was im Übergang zählt, ist die Veränderung. Dein Wert von heute hilft erst dann richtig, wenn du ihn mit dem von vor fünf Jahren vergleichen kannst. Dazu kommen Blutdruck, Blutfette und Blutzucker, die der BMI gar nicht abbildet.

Solche Werte verteilen sich in diesen Jahren oft auf Hausarzt, Frauenarzt und Labor. Hinzu kommen ältere Befunde aus Praxen, in denen du lange nicht mehr warst. Wie du sie bekommst, steht im Ratgeber Laborwerte vom Arzt bekommen. Im Health Profile lässt sich der Verlauf an einem Ort ansehen.

Empfang einer Arztpraxis mit wartenden Patientinnen und Patienten

Du gibst einmal frei. Wir holen deine Befunde, auch die von vor Jahren.

  1. Einmal freigebenDu erteilst in der App eine Vollmacht. Damit darf anomalie deine Unterlagen in deinem Namen anfordern.
  2. Praxen findenanomalie fragt zuerst deine Krankenkasse nach deiner Leistungsübersicht. Daraus ergibt sich, bei welchen Praxen und Kliniken du warst, auch die, an die du dich nicht erinnerst.
  3. Anfragen und dranbleibenJede Praxis bekommt ein Schreiben nach § 630g BGB und Art. 15 DSGVO. Kommt nichts, erinnert anomalie automatisch und besteht auf der Monatsfrist.
  4. Alles an einem OrtAntworten per E-Mail oder Fax landen direkt in deinem Health Profile, Briefe scannst du mit der App. anomalie liest die Werte aus und ordnet sie.

Kein Faxgerät, kein Nachtelefonieren, keine Fristen im Kalender.

Befunde anfordern lassen

Wann du ärztlichen Rat suchen solltest

Sprich mit deiner Praxis, wenn sich dein Gewicht ungewollt stark verändert, wenn dein BMI unter 18,5 oder ab 30 liegt oder wenn dich Beschwerden im Alltag belasten. Ob hinter einer Veränderung die Wechseljahre stecken oder etwas anderes, kann der BMI nicht beantworten. Ab 50 kommen weitere Untersuchungen dazu, die Vorsorge nach Alter zeigt sie im Überblick. Was sich danach bei Knochen und Muskeln ändert, liest du im Artikel zum BMI bei Frauen ab 60.

Häufige Fragen

Gibt es einen eigenen BMI-Rechner für die Wechseljahre?

Einen eigenen Rechenweg kennen die hier genutzten Quellen nicht. Die Formel nutzt nur Größe und Gewicht. Ob du in den Wechseljahren bist, geht nicht in das Ergebnis ein. Dafür braucht es zusätzlich den Taillenumfang.

Was ist das Idealgewicht einer Frau über 50?

Die WHO-Tabelle nennt einen Bereich und keinen Idealwert. Was der Begriff meint und was nicht, erklärt unser Artikel zum Idealgewicht bei Frauen.

Nimmt man durch die Wechseljahre zu?

Viele Frauen nehmen laut gesund.bund.de etwas zu. Eine Übersichtsarbeit schreibt die Zunahme an sich aber nicht dem Übergang zu. Mit den Hormonveränderungen verbindet sie vor allem mehr Körperfett und mehr Bauchfett.

Macht eine Hormonbehandlung dick?

Laut gesundheitsinformation.de verursacht eine Hormonbehandlung selbst keine Gewichtszunahme, kann sie aber auch nicht verhindern. Ob sie für dich infrage kommt, klärst du mit deiner Frauenarztpraxis.

Mein BMI ist gleich geblieben. Kann sich trotzdem etwas verändert haben?

Ja. Der BMI rechnet nur mit Größe und Gewicht. In einer Langzeitstudie nahm das Fett im Bauchraum im Übergang zur Menopause zu. Das kann eine Waage nicht zeigen.

Quellen

  1. WHO Europe: Nutrition for a healthy life, WHO recommendations
  2. gesund.bund.de: Wechseljahre
  3. Greendale et al.: Changes in Regional Fat Distribution and Anthropometric Measures Across the Menopause Transition, J Clin Endocrinol Metab 2021
  4. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Hormontherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden
  5. Davis et al.: Understanding weight gain at menopause, Climacteric 2012
  6. Schienkiewitz et al. (RKI): Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen in Deutschland, GEDA 2019/2020-EHIS, Journal of Health Monitoring 2022
  7. Deutsche Adipositas-Gesellschaft: Definition von Adipositas
  8. ABDA: Bestimmung von Body-Mass-Index und Körperfettverteilung, Standardarbeitsanweisung für die Apotheke (Stand 02.2017)

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