Als Übergewicht gilt bei Erwachsenen ein BMI ab 25. Von 25,0 bis 29,9 spricht die Einteilung von Präadipositas, ab 30 von Adipositas. Ob dein Wert gesundheitlich eine Rolle spielt, zeigt die Zahl allein nicht. Deinen BMI ermittelst du mit unserem BMI-Rechner.
Ein Wort, zwei Bedeutungen
Übergewicht wird in zwei Bedeutungen benutzt, und das sorgt oft für Verwirrung.
Die WHO Europe nennt den Bereich von 25,0 bis 29,9 Präadipositas. Im Alltag heißt genau dieser Bereich meist Übergewicht. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft fasst dagegen alles ab 25 unter dem Oberbegriff Übergewicht zusammen. Auch das Robert Koch-Institut schreibt deshalb „Übergewicht einschließlich Adipositas“.
Wenn du also eine Zahl zum Übergewicht liest, prüfe kurz, ob Adipositas mitgezählt ist. Sonst vergleichst du schnell Unterschiedliches.
Ab welchem Gewicht beginnt Übergewicht?
Aus dem BMI von 25 und 30 lässt sich für jede Größe ein Gewicht berechnen:
| Körpergröße | Präadipositas ab | Adipositas ab |
|---|---|---|
| 155 cm | 60,1 kg | 72,1 kg |
| 160 cm | 64,0 kg | 76,8 kg |
| 165 cm | 68,1 kg | 81,7 kg |
| 170 cm | 72,3 kg | 86,7 kg |
| 175 cm | 76,6 kg | 91,9 kg |
| 180 cm | 81,0 kg | 97,2 kg |
| 185 cm | 85,6 kg | 102,7 kg |
| 190 cm | 90,3 kg | 108,3 kg |
| 195 cm | 95,1 kg | 114,1 kg |
Ein Beispiel: Du bist 1,80 m groß und wiegst 84 kg. Dann rechnest du 84 ÷ (1,80 × 1,80) und kommst auf einen BMI von 25,9. Das liegt in der Präadipositas, knapp 1 BMI-Punkt über der Grenze.
Die Grenzen sind Einteilungen. Wer ein Kilo darüber oder darunter liegt, ist kein anderer Mensch mit anderem Körper.
Was ein BMI über 25 für die Gesundheit bedeutet
Für den Bereich von 25 bis unter 30 ist das Bild weniger eindeutig, als die Bezeichnung vermuten lässt.
Die Antwort hängt davon ab, worauf du schaust. Bei der Lebenserwartung ist der Unterschied klein und hängt davon ab, wie man rechnet. Das IQWiG schreibt, dass ein BMI in diesem Bereich keinen großen Einfluss auf die Lebenserwartung hat.
Eine große Auswertung im Lancet betrachtete nur Menschen, die nie geraucht hatten und keine bekannte chronische Krankheit hatten, und ließ die ersten fünf Beobachtungsjahre weg. So soll vermieden werden, dass Rauchen oder Krankheiten, die selbst schlank machen, das Bild verzerren. Im Vergleich zum BMI 22,5 bis unter 25 lag das Sterberisiko dann bei 25 bis unter 27,5 im Schnitt um 7 % höher, bei 27,5 bis unter 30 um 20 %. Im höheren Alter wird der Zusammenhang schwächer. Das sind Gruppendurchschnitte. Sie sagen nichts über dich als Person voraus.
Beim Typ-2-Diabetes ist das Bild klarer: Laut S3-Leitlinie Adipositas steigt das Risiko schon ab einem BMI von 25.
Klarer ist die Richtung bei höheren Werten. Übergewicht und besonders Adipositas können laut gesund.bund.de das Risiko für bestimmte Krankheiten erhöhen, darunter Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gelenkprobleme.
Warum der Wert steigen kann
Gewicht hat selten nur eine Ursache. Die WHO beschreibt ein Zusammenspiel aus Umwelt, psychosozialen Einflüssen und biologischer Veranlagung. gesund.bund.de nennt neben Ernährung und Bewegung auch Veranlagung, körperliche und psychische Erkrankungen, bestimmte Medikamente sowie Stress und soziale Faktoren.
Ein höherer Wert ist also keine Aussage über deinen Charakter. Er ist auch nicht ungewöhnlich. Laut RKI lagen 34,5 % der Erwachsenen im Bereich von 25 bis unter 30, Adipositas nicht mitgerechnet:
| Alter | Frauen | Männer |
|---|---|---|
| 18 bis 29 Jahre | 16,2 % | 27,2 % |
| 30 bis 44 Jahre | 26,2 % | 39,5 % |
| 45 bis 64 Jahre | 28,2 % | 44,9 % |
| ab 65 Jahre | 34,0 % | 48,5 % |
Die Zahlen beruhen auf Selbstangaben aus den Jahren 2019 und 2020. Weil viele ihr Gewicht zu niedrig angeben, liegen die echten Anteile vermutlich höher. Rechnet man Adipositas mit ein, lag der Anteil zuletzt bei 53,5 %, 2012 bei 53,0 %. Gestiegen ist laut RKI vor allem der Anteil mit Adipositas.
So ordnest du einen BMI über 25 ein
Vier Fragen helfen dir mehr als die Zahl selbst.
Wie groß ist dein Taillenumfang? Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft empfiehlt, ab einem BMI von 25 stets die Taille zu messen, denn die Fettverteilung bestimmt das Risiko mit. Die ABDA nennt diese Grenzen:
| Risiko für metabolische und kardiovaskuläre Komplikationen | Frauen | Männer |
|---|---|---|
| erhöht | ab 80 cm | ab 94 cm |
| deutlich erhöht | ab 88 cm | ab 102 cm |
Das größte Risiko sieht gesund.bund.de bei viel innerem Bauchfett. Wie du richtig misst, steht im Ratgeber zum Taillenumfang.
Wie viele Muskeln hast du? Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett. Bei sehr muskulösen Menschen überschätzt er den Fettanteil. Das betrifft zum Beispiel Kraftsport, wie der Ratgeber zu BMI, Sport und Muskeln zeigt. Umgekehrt unterschätzt der BMI den Fettanteil bei älteren Menschen eher, weil die Muskelmasse im Alter abnimmt.
Gibt es Vorerkrankungen? Laut IQWiG macht vor allem das den Unterschied, zum Beispiel ein Diabetes. Das heißt nicht, dass das Gewicht vorher egal ist. Wie hoch dein eigenes Risiko ist, hängt auch von Alter, Familie, Bauchumfang und Bewegung ab.
Wie hat sich dein Wert entwickelt? Ein über Jahre stabiler Wert ist eine andere Information als ein schneller Anstieg. Miss möglichst unter ähnlichen Bedingungen, damit du vergleichen kannst.
Warum der BMI ohne Befunde nur die Hälfte erzählt
Ein BMI von 26 kann bei zwei Menschen ganz Unterschiedliches bedeuten. Der eine hat unauffällige Werte, die andere vielleicht erhöhten Blutdruck oder Blutzucker. Die Rechnung zeigt das nicht.
Wenn du deinen Wert einordnen willst, brauchst du also auch ältere Blutwerte, Blutdruckmessungen und Arztbriefe. Die liegen oft verstreut bei verschiedenen Praxen. Wie du an sie kommst, erklären unsere Ratgeber Befunde vom Arzt anfordern und Laborwerte vom Arzt bekommen.

Du gibst einmal frei. Wir holen deine Befunde, auch die von vor Jahren.
- Einmal freigebenDu erteilst in der App eine Vollmacht. Damit darf anomalie deine Unterlagen in deinem Namen anfordern.
- Praxen findenanomalie fragt zuerst deine Krankenkasse nach deiner Leistungsübersicht. Daraus ergibt sich, bei welchen Praxen und Kliniken du warst, auch die, an die du dich nicht erinnerst.
- Anfragen und dranbleibenJede Praxis bekommt ein Schreiben nach § 630g BGB und Art. 15 DSGVO. Kommt nichts, erinnert anomalie automatisch und besteht auf der Monatsfrist.
- Alles an einem OrtAntworten per E-Mail oder Fax landen direkt in deinem Health Profile, Briefe scannst du mit der App. anomalie liest die Werte aus und ordnet sie.
Kein Faxgerät, kein Nachtelefonieren, keine Fristen im Kalender.
Befunde anfordern lassenWann ein Gespräch in der Praxis sinnvoll ist
Der BMI ist keine Diagnose. Sprich mit deiner Praxis, wenn sich dein Gewicht ungewollt stark verändert, wenn dein Taillenumfang bei Frauen 88 cm oder mehr, bei Männern 102 cm oder mehr beträgt, wenn du Vorerkrankungen hast oder wenn dich dein Gewicht belastet. Die Vorsorgeuntersuchungen nach Alter sind ein guter Anlass dafür.
Liegt dein Wert bei 30 oder darüber, zeigt der Ratgeber Adipositas-Grade, wie die Stufen eingeteilt sind. Die Werte in diesem Artikel gelten für Erwachsene. Ab etwa 65 Jahren geht die S3-Leitlinie Adipositas erst ab einem BMI von 30 von einem erhöhten Risiko aus. Ob Abnehmen dann sinnvoll ist, klärst du am besten in deiner Praxis, ungewollter Gewichtsverlust gehört dort auf jeden Fall hin. Kinder und Jugendliche werden über Perzentilen eingeordnet.
Häufige Fragen
Ab wann ist der BMI zu hoch?
Die WHO spricht bei Erwachsenen ab einem BMI von 25 von Übergewicht und ab 30 von Adipositas. Das ist eine Einteilung und keine Diagnose. Was der Wert für dich bedeutet, hängt auch von Taille, Muskeln und Vorerkrankungen ab.
Ist Präadipositas dasselbe wie Übergewicht?
Präadipositas meint den BMI von 25,0 bis 29,9. Übergewicht wird oft weiter gefasst: Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft und das RKI zählen alles ab 25 dazu, also auch Adipositas.
Ist ein BMI von 27 gefährlich?
Das lässt sich aus der Zahl allein nicht ablesen. Für die Lebenserwartung spielt ein BMI in diesem Bereich laut IQWiG keine große Rolle. In einer großen Lancet-Auswertung lag das Sterberisiko bei Menschen, die nie geraucht hatten und nicht chronisch krank waren, im Schnitt um 7 % höher. Das Risiko für Typ-2-Diabetes ist laut S3-Leitlinie Adipositas schon erhöht. Wichtig ist deshalb, ob Taillenumfang, Blutdruck oder Blutzucker auffällig sind. Mehr dazu liest du im Ratgeber zum BMI 27.
Kann ich trotz BMI über 25 sportlich und muskulös sein?
Ja. Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett. Bei sehr muskulösen Menschen überschätzt er den Fettanteil. Der Ratgeber zu BMI, Sport und Muskeln geht darauf genauer ein.
Quellen
- WHO: Obesity and overweight (Fact Sheet)
- WHO Europe: Nutrition for a healthy life, WHO recommendations
- Deutsche Adipositas-Gesellschaft: Definition von Adipositas
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Was sagt der Body-Mass-Index über die Gesundheit aus?
- The Global BMI Mortality Collaboration: Body-mass index and all-cause mortality, individual-participant-data meta-analysis of 239 prospective studies, Lancet 2016
- Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de: Übergewicht
- Schienkiewitz et al. (RKI): Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen in Deutschland, GEDA 2019/2020-EHIS, Journal of Health Monitoring 2022
- ABDA: Bestimmung von Body-Mass-Index und Körperfettverteilung, Standardarbeitsanweisung für die Apotheke (Stand 02.2017)
- AWMF 050-001: S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas, Version 5.0, 2024
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung. So arbeitet unsere Redaktion