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Normalgewicht: Bereich berechnen und richtig einordnen

Normalgewicht heißt BMI 18,5 bis 24,9. So berechnest du den Bereich für deine Größe, was ihn vom Idealgewicht trennt und was er nicht über dich aussagt.

Aktualisiert
07. November 2026

Normalgewicht bedeutet bei Erwachsenen einen BMI von 18,5 bis 24,9. Das ist ein Bereich und kein einzelnes Gewicht: Bei 170 cm reicht er von 53,5 bis 72,0 kg. Deinen eigenen Wert zeigt dir unser BMI-Rechner.

So berechnest du dein Normalgewicht

Der BMI ist laut WHO das Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Für den Normalbereich drehst du die Rechnung um. Du nimmst deine Größe zum Quadrat und multiplizierst sie mit den beiden Grenzen:

  • Untere Grenze: 18,5 × Größe in m × Größe in m
  • Obere Grenze: 24,9 × Größe in m × Größe in m

Ein Beispiel für 1,70 m: 1,70 × 1,70 = 2,89. Dann ergibt 18,5 × 2,89 gerundet 53,5 kg und 24,9 × 2,89 gerundet 72,0 kg.

Normalgewicht in Kilogramm je Körpergröße

Die Grenzen 18,5 und 24,9 stammen aus der Einteilung der WHO Europe. Für gängige Größen sieht das so aus:

KörpergrößeNormalbereichBreite des Bereichs
155 cm44,4 bis 59,8 kg15,4 kg
160 cm47,4 bis 63,7 kg16,3 kg
165 cm50,4 bis 67,8 kg17,4 kg
170 cm53,5 bis 72,0 kg18,5 kg
175 cm56,7 bis 76,3 kg19,6 kg
180 cm59,9 bis 80,7 kg20,8 kg
185 cm63,3 bis 85,2 kg21,9 kg
190 cm66,8 bis 89,9 kg23,1 kg
195 cm70,3 bis 94,7 kg24,4 kg

Die letzte Spalte zeigt, wie weit der Bereich ist. Selbst bei 155 cm umfasst er mehr als 15 kg. Das macht deutlich: Der Normalbereich beschreibt eine breite Spanne und nennt kein Gewicht, das du erreichen müsstest.

Die Tabelle führt keine getrennten Werte für Frauen und Männer. Wer nach dem Normalgewicht einer Frau mit 170 cm sucht, landet deshalb in derselben Zeile. Ob Körperbau und Muskeln gut dazu passen, zeigt die Rechnung nicht.

Was kleine Unterschiede ausmachen

An den Rändern des Bereichs entscheiden oft Kleinigkeiten. Schon die Größe verschiebt das Ergebnis: Bei 171 statt 170 cm steigt die obere Grenze von 72,0 auf 72,8 kg. Für einen fairen Wert brauchst du also eine gemessene Größe und nicht die Angabe aus dem Personalausweis. Die ABDA sieht für die Messung in der Apotheke eine Messlatte und eine kalibrierte Waage vor.

Auch die Grenze selbst ist eine Frage der Schreibweise. Die WHO-Tabelle endet bei 24,9, das Robert Koch-Institut schreibt „18,5 bis unter 25,0“. Gemeint ist derselbe Bereich. Bei 170 cm liegt die Grenze für Übergewicht deshalb bei 72,3 kg, also knapp über dem Tabellenwert von 72,0 kg. Wer so nah an einer Grenze liegt, sollte die Kategorie nicht überbewerten.

Normalgewicht oder Idealgewicht?

Beide Wörter werden oft vermischt. Sie meinen aber nicht dasselbe.

NormalgewichtIdealgewicht
In der WHO-Einteilungja, BMI 18,5 bis 24,9nein
Formein Bereichnicht festgelegt
Was du daraus ablesen kannstdeine Kategoriekein belegter Zielwert

Eine einzelne richtige Zahl gibt die Einteilung nicht her. Das passt zu einer großen Auswertung im Lancet mit knapp 4 Millionen Menschen, die nie geraucht hatten und zu Beginn keine chronische Krankheit hatten. Die BMI-Spannen 20 bis unter 22,5 und 22,5 bis unter 25 unterschieden sich beim Sterberisiko praktisch nicht. Zwischen 18,5 und unter 20 lag es im Schnitt um 13 % höher. Solche Werte beschreiben große Gruppen und sagen nichts über dich als einzelne Person voraus.

Was hinter dem Begriff steckt, erklärt unser Ratgeber zum Idealgewicht.

Normal heißt nicht häufig

Normal klingt nach dem, was die meisten wiegen. Das stimmt hier nicht. Laut Robert Koch-Institut lagen 2019/2020 nur 44,2 % der Erwachsenen in Deutschland im Normalbereich. Bei Jüngeren ist der Anteil am höchsten:

AlterFrauen im NormalbereichMänner im Normalbereich
18 bis 29 Jahre66,6 %60,7 %
30 bis 44 Jahre55,1 %40,4 %
45 bis 64 Jahre47,0 %30,4 %
ab 65 Jahre41,1 %31,4 %
alle Erwachsenen50,0 %38,3 %

Die Zahlen beruhen auf Selbstangaben am Telefon. Dabei wird das Gewicht häufig unterschätzt und die Größe eher überschätzt. Wenn du den Durchschnitt in Deutschland suchst, findest du mehr dazu bei den BMI-Normalwerten.

Was Normalgewicht nicht garantiert

Der BMI rechnet nur aus Größe und Gewicht. Fett und Muskeln kommen darin nicht vor. Daraus folgen drei Grenzen:

  • Muskeln: Bei sehr muskulösen Menschen überschätzt der BMI den Fettanteil, bei Älteren unterschätzt er ihn eher, weil die Muskelmasse im Alter abnimmt.
  • Fettverteilung: Sie bestimmt laut Deutscher Adipositas-Gesellschaft das metabolische und kardiovaskuläre Risiko mit. Der BMI zeigt sie nicht. Wie du die Taille einordnest, liest du im Ratgeber zum Taillenumfang. Wenn du genauer wissen willst, woraus dein Körper besteht, helfen Methoden, um die Körperzusammensetzung zu messen.
  • Essverhalten: Laut BIÖG schließt Normalgewicht eine Essstörung nicht aus. Machst du dir Sorgen, kann die Hausarztpraxis eine Anlaufstelle sein.

Warum ein Wert im Normalbereich wenig über deine Gesundheit sagt

Ein BMI von 23 sieht beruhigend aus. Über Blutdruck, Blutzucker oder Blutfette sagt er aber nichts, denn diese Werte stecken nicht in der Rechnung. Sie entstehen bei Untersuchungen, zum Beispiel beim Check-up 35 oder wenn du deinen Fettstoffwechsel testen lässt.

Erst zusammen und im Verlauf ergeben sie ein Bild. Oft liegen diese Befunde über Jahre verteilt bei verschiedenen Praxen. Wie du sie bekommst, erklärt unser Ratgeber Befunde vom Arzt anfordern.

Empfang einer Arztpraxis mit wartenden Patientinnen und Patienten

Du gibst einmal frei. Wir holen deine Befunde, auch die von vor Jahren.

  1. Einmal freigebenDu erteilst in der App eine Vollmacht. Damit darf anomalie deine Unterlagen in deinem Namen anfordern.
  2. Praxen findenanomalie fragt zuerst deine Krankenkasse nach deiner Leistungsübersicht. Daraus ergibt sich, bei welchen Praxen und Kliniken du warst, auch die, an die du dich nicht erinnerst.
  3. Anfragen und dranbleibenJede Praxis bekommt ein Schreiben nach § 630g BGB und Art. 15 DSGVO. Kommt nichts, erinnert anomalie automatisch und besteht auf der Monatsfrist.
  4. Alles an einem OrtAntworten per E-Mail oder Fax landen direkt in deinem Health Profile, Briefe scannst du mit der App. anomalie liest die Werte aus und ordnet sie.

Kein Faxgerät, kein Nachtelefonieren, keine Fristen im Kalender.

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Wann der Bereich nicht passt

Die Einteilung gilt laut WHO Europe für Erwachsene über 20 Jahre. Bis 19 Jahre wird nach Alter und Geschlecht unterschieden.

Unabhängig vom Bereich gilt: Sprich mit deiner Praxis, wenn sich dein Gewicht ungewollt deutlich verändert. Dein Wert kann dann noch im Normalbereich liegen und die Veränderung trotzdem eine Abklärung wert sein. Ein ungewollter Gewichtsverlust ist laut DGE das Leitsymptom einer Mangelernährung.

Häufige Fragen

Was ist das Normalgewicht bei einer Frau mit 170 cm?

Ein BMI von 18,5 bis 24,9 entspricht bei 170 cm einem Gewicht von 53,5 bis 72,0 kg. Die WHO-Tabelle führt für Erwachsene keine getrennten Werte für Frauen und Männer. Der Bereich ist eine Einteilung und kein Ziel.

Was ist der Unterschied zwischen Normalgewicht und Idealgewicht?

Normalgewicht ist eine feste Kategorie der WHO-Einteilung und beschreibt einen Bereich. Idealgewicht kommt in dieser Einteilung nicht vor. Mehr dazu erklärt unser Ratgeber zum Idealgewicht.

Bin ich mit Normalgewicht automatisch gesund?

Nein. Der BMI rechnet nur mit Größe und Gewicht. Blutdruck, Blutwerte, Fitness oder die Fettverteilung kommen darin nicht vor. Auch eine Essstörung schließt Normalgewicht laut BIÖG nicht aus.

Gilt der Bereich auch für Kinder und Jugendliche?

Nein. Die Einteilung gilt laut WHO Europe für Erwachsene über 20 Jahre. Kinder und Jugendliche werden nach Alter und Geschlecht über BMI-Perzentilen eingeordnet.

Quellen

  1. WHO Europe: Nutrition for a healthy life, WHO recommendations
  2. WHO: Obesity and overweight (Fact Sheet)
  3. Deutsche Adipositas-Gesellschaft: Definition von Adipositas
  4. Schienkiewitz et al. (RKI): Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen in Deutschland, GEDA 2019/2020-EHIS, Journal of Health Monitoring 2022
  5. The Global BMI Mortality Collaboration: Body-mass index and all-cause mortality, individual-participant-data meta-analysis of 239 prospective studies, Lancet 2016
  6. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Was sagt der Body-Mass-Index über die Gesundheit aus?
  7. BIÖG: Häufig gestellte Fragen zu Essstörungen
  8. ABDA: Bestimmung von Body-Mass-Index und Körperfettverteilung, Standardarbeitsanweisung für die Apotheke (Stand 02.2017)
  9. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Mangelernährung

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