Für Männer ab 50 führt die WHO-Tabelle keine eigenen Werte: 18,5 bis 24,9 gilt als Normalgewicht, ein BMI von 27 als Präadipositas. In diesem Alter ist 27 trotzdem ein sehr häufiger Wert, denn der Schnitt liegt bei 27,7 bis 27,8. Rechne deinen Wert mit dem BMI-Rechner aus und miss dich dafür frisch, statt zu schätzen.
Was BMI 27 mit 50 oder 55 bedeutet
Ein BMI von 27 entspricht bei 1,75 m rund 82,7 kg, bei 1,80 m rund 87,5 kg und bei 1,85 m rund 92,4 kg. Nach der WHO-Einteilung ist das Präadipositas. In dieser Altersgruppe ist das zugleich der häufigste Bereich: 46,0 % der Männer von 50 bis unter 55 und 46,5 % der Männer von 55 bis unter 60 liegen laut Mikrozensus 2025 zwischen 25 und unter 30. Zwischen 50 und 55 ändert sich an der Einordnung nichts. Die Kilogramm sind Orientierung, keine Ziele.
Warum gemessene Werte höher liegen
Wer seinen BMI aus dem Kopf rechnet, nimmt Zahlen, die vielleicht nicht mehr stimmen. Das sieht man auch in der Statistik. Vergleiche die Erhebungen für Männer um die 50:
| Erhebung | Alter | Wie erhoben | BMI ab 25 | BMI ab 30 |
|---|---|---|---|---|
| Mikrozensus 2025 | 50 bis unter 55 | Angaben der Befragten | 69,8 % | 23,8 % |
| Mikrozensus 2025 | 55 bis unter 60 | Angaben der Befragten | 71,3 % | 24,8 % |
| GEDA 2019/2020 | 45 bis 64 | telefonische Selbstangabe | 68,7 % | 23,8 % |
| DEGS1 2008 bis 2011 | 50 bis 59 | gemessen | 78,3 % | 27,5 % |
Die Reihen sind nicht direkt vergleichbar, denn Jahre und Altersgruppen unterscheiden sich. Das Muster passt aber zu dem, was das RKI beschreibt: Bei Selbstangaben wird das Gewicht häufig unterschätzt, die Größe eher überschätzt.
Ein Rechenbeispiel zeigt, wie schnell das den Wert verschiebt. Ein Mann schätzt sich auf 1,80 m und 86 kg, das ergibt 26,5. Die Messung ergibt 1,79 m und 88 kg, das ergibt 27,5. Aus einem kleinen Überhang wird so fast ein ganzer BMI-Punkt, ohne dass sich am Körper etwas geändert hat. Für einen ehrlichen Vergleich brauchst du also Maßband und Waage.
Die Waage steht, der Bauch nicht unbedingt
Das durchschnittliche Gewicht der Männer unterscheidet sich zwischen diesen Altersgruppen kaum. Im Mikrozensus 2025 liegt es bei den 45- bis unter 60-Jährigen in allen drei Altersgruppen zwischen 89,6 und 89,7 kg. Das klingt beruhigend, sagt aber nur etwas über die Summe. Es sind außerdem verschiedene Männer, nicht dieselben im Verlauf.
In einer Übersichtsarbeit zum Bauchfett ist das Fett im Bauchraum bei Männern zwischen den 20ern und den 60ern etwas mehr als doppelt so hoch. Das Gewicht allein erklärt diesen Unterschied laut den Autoren nicht vollständig. Sie sehen auch eine Verschiebung der Fettverteilung zur Körpermitte. Wichtig ist die Einschränkung, die sie selbst nennen: Die Daten sind Querschnitte, sie vergleichen also verschiedene Menschen und begleiten nicht dieselben Männer durchs Leben.
Der BMI kann diese Verschiebung nicht zeigen. Die Taille ist das einfachere Werkzeug dafür. Sie gilt laut ABDA als Maß für die Fettdepots im Bauchraum.
| Taillenumfang | Einordnung laut ABDA | Was du daraus machst |
|---|---|---|
| unter 94 cm | kein erhöhtes Risiko ausgewiesen | Wert notieren und später wieder messen |
| ab 94 cm | erhöhtes Risiko für metabolische und kardiovaskuläre Komplikationen | Beim nächsten Praxisbesuch ansprechen |
| ab 102 cm | deutlich erhöhtes Risiko | Gezielt mit deiner Praxis besprechen |
Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft empfiehlt, ab einem BMI von 25 immer auch die Taille zu messen. Wie das sauber geht, zeigt der Ratgeber zum Taillenumfang.
Was ein langsamer Anstieg über zehn Jahre bedeutet
Im Schnitt ist der Anstieg in diesem Alter klein. Das RKI nennt für 45- bis 64-jährige Männer aus Kohortenstudien eine mittlere Zunahme von 250 g pro Jahr. Über zehn Jahre wären das 2,5 kg. Bei 1,80 m Körpergröße entspricht das rund 0,8 BMI-Punkten. Im Einzeljahr fällt das kaum auf, im Verlauf schon.
Auch auf Bevölkerungsebene gibt es einen Anstieg. Bei den 45- bis 64-jährigen Männern stieg der Anteil mit Adipositas in den GEDA-Daten von 20,4 % im Jahr 2012 auf 23,8 % in 2019/2020. Dabei spielen auch soziale Unterschiede eine Rolle: In dieser Altersgruppe liegt der Anteil in der unteren Bildungsgruppe bei 36,6 %, in der oberen bei 17,0 %. Der BMI ist also nicht nur eine Frage der einzelnen Person.
Was mit 50 bei der Vorsorge dazukommt
Ab 50 kommt die Darmkrebs-Früherkennung dazu. Laut gesundheitsinformation.de gibt es für gesetzlich Versicherte:
- Stuhltest: ab 50 alle zwei Jahre, in den zehn Jahren nach einer Darmspiegelung nicht nötig.
- Darmspiegelung: ab 50 zweimal, mit zehn Jahren Abstand.
- Prostata und äußeres Genitale: seit 45 einmal jährlich.
- Check-up: weiter alle drei Jahre, mit Blutdruck, Blut- und Urinuntersuchung.
- Lunge: Niedrigdosis-CT für aktive und ehemalige starke Raucher zwischen 50 und 75.
Besonders der Blutdruck gehört neben den BMI. Nach RKI-Zahlen aus 2014/2015 hatten 38,3 % der Männer von 45 bis 64 einen bekannten Bluthochdruck. Die vollständige Übersicht steht unter Vorsorgeuntersuchungen nach Alter, die Laborwerte im Ratgeber Check-up 35.
Warum BMI 27 ohne Verlauf wenig sagt
BMI 27 kann seit 20 Jahren stabil sein oder das Ergebnis der letzten fünf Jahre. Die Bedeutung hängt davon ab, was gleichzeitig mit Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten passiert ist. Mit 50 hast du meist schon eine lange Spur an Befunden, aber sie liegt in vielen Praxen, Laboren und Kliniken. Wer alles nebeneinander sieht, kann mit der Ärztin oder dem Arzt über den Verlauf sprechen statt über eine einzelne Zahl. Wie du an alte Unterlagen kommst, steht unter Befunde vom Arzt anfordern.

Du gibst einmal frei. Wir holen deine Befunde, auch die von vor Jahren.
- Einmal freigebenDu erteilst in der App eine Vollmacht. Damit darf anomalie deine Unterlagen in deinem Namen anfordern.
- Praxen findenanomalie fragt zuerst deine Krankenkasse nach deiner Leistungsübersicht. Daraus ergibt sich, bei welchen Praxen und Kliniken du warst, auch die, an die du dich nicht erinnerst.
- Anfragen und dranbleibenJede Praxis bekommt ein Schreiben nach § 630g BGB und Art. 15 DSGVO. Kommt nichts, erinnert anomalie automatisch und besteht auf der Monatsfrist.
- Alles an einem OrtAntworten per E-Mail oder Fax landen direkt in deinem Health Profile, Briefe scannst du mit der App. anomalie liest die Werte aus und ordnet sie.
Kein Faxgerät, kein Nachtelefonieren, keine Fristen im Kalender.
Befunde anfordern lassenWann du mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen solltest
Der BMI ist keine Diagnose. Sprich mit deiner Praxis, wenn dein BMI bei 30 oder höher liegt, wenn deine Taille die Grenzen von 94 oder 102 cm erreicht oder wenn dein Gewicht sich ungewollt stark verändert, auch nach unten. Wie sich das Bild weiter verschiebt, liest du unter BMI beim Mann ab 60.
Häufige Fragen
Ist ein BMI von 27 bei einem Mann mit 50 oder 55 normal?
Nach der WHO-Einteilung liegt 27 über dem Normalbereich und zählt als Präadipositas. Häufig ist der Wert trotzdem: Im Mikrozensus 2025 liegt der Schnitt der 50- bis unter 60-jährigen Männer bei 27,7 bis 27,8. Häufig heißt aber nicht unbedenklich, deshalb gehört die Taille dazu.
Gibt es für Männer ab 50 andere BMI-Grenzwerte?
Die WHO schreibt, dass die Einordnung je nach Alter und Geschlecht variieren kann, nennt für Erwachsene aber keine getrennten Grenzwerte. Die Tabelle führt also keine eigene Spalte für dieses Alter.
Warum weichen BMI-Statistiken voneinander ab?
Weil manche Erhebungen fragen und andere messen. Laut RKI wird das Gewicht bei Selbstangaben häufig unterschätzt und die Größe eher überschätzt. Dazu kommen unterschiedliche Jahre und Altersgruppen.
Ab wann gibt es die Darmkrebs-Früherkennung?
Für gesetzlich Versicherte ab 50: als Stuhltest alle zwei Jahre oder als Darmspiegelung, zweimal mit zehn Jahren Abstand. Nach einer Darmspiegelung ist in den zehn Jahren danach kein Stuhltest nötig.
Quellen
- WHO Europe: Nutrition for a healthy life, WHO recommendations
- WHO: Obesity and overweight (Fact Sheet)
- Statistisches Bundesamt: Körpermaße nach Altersgruppen und Geschlecht, Mikrozensus 2025 (Erstergebnisse, Stand 21.04.2026)
- Schienkiewitz et al. (RKI): Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen in Deutschland, GEDA 2019/2020-EHIS, Journal of Health Monitoring 2022
- Mensink et al. (RKI): Übergewicht und Adipositas in Deutschland, Ergebnisse der DEGS1, Bundesgesundheitsblatt 2013
- Hunter, Gower, Kane: Age Related Shift in Visceral Fat, International Journal of Body Composition Research 2010 (PMC)
- ABDA: Bestimmung von Body-Mass-Index und Körperfettverteilung, Standardarbeitsanweisung für die Apotheke (Stand 02.2017)
- Deutsche Adipositas-Gesellschaft: Definition von Adipositas
- Neuhauser et al. (RKI): 12-Monats-Prävalenz von Bluthochdruck in Deutschland, GEDA 2014/2015-EHIS, Journal of Health Monitoring 2017
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Welche Früherkennungsuntersuchungen bezahlt die gesetzliche Krankenkasse?
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