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ePA einrichten: App und Login bei TK, AOK, BARMER, DAK

So richtest du deine ePA ein: welche App TK, AOK, BARMER, DAK und andere Kassen nutzen, wie du dich identifizierst und warum die Akte danach fast leer ist.

Von anomalie RedaktionGeprüft von Tim LaufenbergAktualisiert am 29. Oktober 2026

Um die ePA einzurichten, lädst du die ePA-App deiner Krankenkasse herunter, registrierst dich und identifizierst dich einmalig, meist mit Online-Ausweis, Gesundheitskarte und PIN, PostIdent oder in einer Filiale. Die Akte selbst musst du nicht beantragen: Für gesetzlich Versicherte ist sie seit 2025 schon angelegt, wenn sie nicht widersprochen haben. Unten findest du die App und die Identifizierungswege von TK, AOK, BARMER, DAK und weiteren Kassen.

Was „ePA einrichten“ eigentlich bedeutet

Seit dem 15. Januar 2025 müssen die gesetzlichen Krankenkassen allen Versicherten eine elektronische Patientenakte bereitstellen, sofern diese nicht widersprochen haben (§ 342 Abs. 1 SGB V). Laut gematik gibt es rund 73 Millionen Akten.

Was du einrichtest, ist nur dein eigener Zugang. Das ist freiwillig: Auch ohne App können Praxen und Krankenhäuser nach dem Stecken deiner Gesundheitskarte auf die ePA zugreifen, standardmäßig 90 Tage, Apotheken drei Tage (gematik-FAQ).

Mit der App kannst du zusätzlich deine Dokumente und die Medikationsliste lesen, eigene Dokumente hochladen, einzelne Dokumente verbergen, Zugriffe steuern, Protokolle einsehen und bis zu fünf Personen als Vertretung benennen. Wie du Zugriffe im Detail steuerst, erklärt der Ratgeber zu den Zugriffsrechten in der ePA.

ePA-App je Krankenkasse: TK, AOK, BARMER, DAK und weitere

Jede Krankenkasse hat eine eigene ePA-App. Die Tabelle fasst zusammen, was die großen Kassen auf ihren eigenen Seiten nennen (Stand Oktober 2026). Die vollständige Liste aller Kassen führt die gematik.

KrankenkasseePA-AppIdentifizierung laut Kasse
Techniker (TK)TK-Safe in der TK-App, dazu die TK-Ident-AppOnline-Ausweis mit PIN oder Gesundheitskarte mit PIN in der TK-Ident-App. Die TK-App wird mit einem Freischaltcode per Post aktiviert, mit Nect Wallet entfällt das Warten darauf
AOKAOK Mein Leben (bei allen regionalen AOKs)Online-Ausweis (eID), Nect Wallet mit Personalausweis oder Reisepass, Gesundheitskarte mit PIN, PostIdent
BARMERBARMER eCare, Anmeldung über Meine BARMEROnline-Ausweis, Gesundheitskarte mit PIN, Ausweis ohne PIN (bestimmte Ausweise und Aufenthaltstitel), persönlich in einer Filiale
DAK-GesundheitDAK ePA-AppSeit März 2026 zusätzlich das ePass-Verfahren von Nect mit Personalausweis, Reisepass oder Aufenthaltstitel, ohne PIN; daneben die bestehenden Verfahren der DAK
IKK classicIKK classic ePAPostIdent oder persönlich im IKK Servicecenter; Registrierung auch im Desktop-Client mit Gesundheitskarte, PIN und Kartenleser
KKHKKH ePAAusweis ohne PIN (ePass), Personalausweis mit PIN, Gesundheitskarte mit PIN, PostIdent, Aktivierungscode in einer KKH-Servicestelle
hkkhkk ePAPersonalausweis mit PIN über die Nect-App, Gesundheitskarte mit PIN, PostIdent, Aktivierungscode in einer hkk-Geschäftsstelle
Betriebskrankenkassen (BKK)Eigene App je BKKJe nach BKK verschieden, steht auf der ePA-Seite deiner Kasse

So läuft die Einrichtung im Überblick

Bei fast allen Kassen ist die Reihenfolge gleich: App installieren, die deine Kasse auf ihrer Seite verlinkt, Konto anlegen (bei TK und BARMER zuerst das allgemeine Kundenkonto), dich einmal identifizieren und dann den ePA-Bereich freischalten. Für die meisten digitalen Wege brauchst du ein Smartphone mit NFC. Die Identifizierung ist gesetzlich vorgeschrieben und meist der zeitaufwendigste Schritt, am schnellsten geht es oft mit Online-Ausweis oder Ident-App.

Danach lohnt ein Blick in die Einstellungen: wer zugreifen darf, ob du Dokumente verbergen willst, ob du einzelnen Funktionen widersprichst. Wer gar keine ePA möchte, findet alles Nötige im Ratgeber der ePA widersprechen. Ohne Smartphone bieten viele Kassen eine Desktop-Anwendung, für Widersprüche und Protokolle ist die Ombudsstelle deiner Kasse zuständig.

Die häufigsten Hürden beim Login

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat 1.149 Rückmeldungen zur ePA ausgewertet. Geschildert wurden unter anderem komplizierte Einrichtung, schwer verständliche Freischaltung und Authentifizierung, die nicht immer funktioniert.

ProblemWas meist hilft
Keine PIN für die GesundheitskarteBei der Kasse bestellen, kommt per Post. Oder einen Weg ohne Karten-PIN wählen
Personalausweis nur mit Transport-PIN oder PIN gesperrtMit der fünfstelligen Transport-PIN einmalig eine eigene sechsstellige PIN setzen, zum Entsperren dient die PUK aus dem Ausweisbrief
Karte wird nicht erkanntÄltere Gesundheitskarten sind teils nicht NFC-fähig. Dann Online-Ausweis nutzen oder neue Karte anfordern
Freischaltcode abgelaufenNeuen Code anfordern oder eine Ident-App nutzen, falls deine Kasse eine anbietet
Neues SmartphoneApp meist neu registrieren und erneut identifizieren, gespeicherte Sicherheitsschlüssel bereithalten

Hilft nichts davon, muss dich die Ombudsstelle deiner Krankenkasse zu allen Fragen rund um die ePA beraten (§ 342a SGB V).

Nach dem Einrichten: Warum die ePA fast leer ist

Viele sind nach dem ersten Login enttäuscht. Das ist kein Einrichtungsfehler, sondern Rechtslage:

  • Medikationsliste: füllt sich laut gematik automatisch aus E-Rezepten.
  • Abrechnungsdaten der Kasse: eine Übersicht abgerechneter Leistungen, keine Befunde.
  • Befunde und Arztbriefe: Pflicht erst seit 1. Oktober 2025, nur aus der aktuellen Behandlung und nur, wenn elektronisch vorhanden (§ 347 SGB V).
  • Ältere Befunde: dürfen nachgetragen werden, müssen aber nicht. Rechnerisch lagen nach einem Jahr rund 1,4 Dokumente in jeder Akte (gut 100 Millionen Dokumente auf rund 73 Millionen Akten, gematik, April 2026).

Welche Unterlagen bei dir wahrscheinlich fehlen, zeigt der ePA-Check.

Warum das Auffüllen mit alten Befunden aufwendig ist

Die App macht nur sichtbar, was schon drin ist. Deine Vorgeschichte musst du selbst besorgen. Du hast bei jeder Praxis und Klinik Anspruch auf eine Kopie deiner Behandlungsakte, die erste kostenlos (§ 630g BGB, Art. 15 DSGVO). Praktisch bedeutet das:

  • Behandler finden. Wo du in den letzten Jahren überall warst, erfährst du verlässlich nur über die Leistungsauskunft deiner Krankenkasse (§ 305 SGB V).
  • Einzeln anfragen. Jede Praxis und jedes Krankenhaus bekommt eine eigene Anfrage, oft mit Ausweiskopie oder Unterschrift.
  • Warten und nachhaken. Antworten kommen per Post, Fax oder E-Mail, manchmal unvollständig. Bleibt eine Antwort aus, musst du nach der Monatsfrist erinnern.
  • Fristen. Praxen müssen Akten zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung aufbewahren (§ 630f Abs. 3 BGB), danach können sie vernichtet sein.
  • Wieder einscannen. Was auf Papier kommt, musst du scannen, bevor du es in die ePA hochladen kannst. Wie das geht und was die Kasse digitalisieren muss, erklärt der Ratgeber alte Befunde in die ePA.

Was nicht in deiner ePA steht, also ältere Befunde und Unterlagen anderer Praxen, holt anomalie für dich: nach einer einmaligen Vollmacht zuerst über deine Krankenkasse, dann per Schreiben an jede Praxis, mit automatischer Erinnerung. anomalie ist keine ePA-App und kein Login für die ePA, es funktioniert unabhängig davon, ob du die ePA nutzt.

Empfang einer Arztpraxis mit wartenden Patientinnen und Patienten
anomalie übernimmt das

Du gibst einmal frei. Wir holen deine Befunde, auch die von vor Jahren.

  1. Einmal freigebenDu erteilst in der App eine Vollmacht. Damit darf anomalie deine Unterlagen in deinem Namen anfordern.
  2. Praxen findenanomalie fragt zuerst deine Krankenkasse nach deiner Leistungsübersicht. Daraus ergibt sich, bei welchen Praxen und Kliniken du warst, auch die, an die du dich nicht erinnerst.
  3. Anfragen und dranbleibenJede Praxis bekommt ein Schreiben nach § 630g BGB und Art. 15 DSGVO. Kommt nichts, erinnert anomalie automatisch und besteht auf der Monatsfrist.
  4. Alles an einem OrtAntworten per E-Mail oder Fax landen direkt in deinem Health Profile, Briefe scannst du mit der App. anomalie liest die Werte aus und ordnet sie.

Kein Faxgerät, kein Nachtelefonieren, keine Fristen im Kalender.

Befunde anfordern lassen

Einen Überblick über alle Funktionen und Rechte findest du auf unserer Seite zur elektronischen Patientenakte. Ob sich die ePA für dich lohnt, wägt der Ratgeber ePA: Vor- und Nachteile ab.

Häufige Fragen

Muss ich die ePA überhaupt einrichten?

Nein. Die Krankenkasse hat deine ePA bereits angelegt, wenn du nicht widersprochen hast, und Praxen können sie nach dem Stecken deiner Gesundheitskarte nutzen. Die App brauchst du nur, wenn du selbst hineinschauen, Dokumente verbergen, Zugriffe steuern oder Protokolle lesen willst.

Kann ich die ePA am PC statt am Smartphone nutzen?

Ja, viele Kassen bieten eine Desktop-Anwendung an, etwa BARMER und IKK classic. Ob deine Kasse eine hat, steht auf ihrer ePA-Seite. Für die Anmeldung am PC brauchst du laut gematik die Gesundheitskarte, die PIN dazu und ein einfaches USB-Kartenlesegerät.

Ich habe keine PIN für meine Gesundheitskarte. Was nun?

Die PIN bestellst du bei deiner Krankenkasse, sie kommt in der Regel per Post mit Identitätsprüfung. Schneller geht es oft mit dem Online-Ausweis oder, bei vielen Kassen, mit einem Ausweis ohne PIN über eine Ident-App wie Nect.

Kann jemand anderes die ePA für mich verwalten?

Ja. Du kannst in der App bis zu fünf Vertreterinnen oder Vertreter benennen, zum Beispiel Familienangehörige. Die vertretende Person braucht dann selbst ein Gerät und die App, du nicht unbedingt.

Warum ist meine ePA nach dem Einrichten leer?

Praxen und Krankenhäuser müssen erst seit 1. Oktober 2025 Daten einstellen, und nur aus der aktuellen Behandlung. Ältere Befunde dürfen sie nachtragen, müssen es aber nicht. Mehr dazu im Ratgeber Muss dein Arzt die ePA befüllen?.

Quellen

  1. § 342 SGB V: Angebot und Nutzung der elektronischen Patientenakte
  2. § 347 SGB V: Übertragung von Behandlungsdaten durch Leistungserbringer
  3. gematik: FAQ zur ePA für alle (Zugriff 90 Tage, Verbergen, Protokolle, Desktop)
  4. gematik: ePA-Apps der Krankenkassen (Übersicht aller Kassen)
  5. gematik: Ein Jahr ePA für alle, mehr als 100 Millionen hinterlegte Dokumente (April 2026)
  6. Techniker Krankenkasse: So richten Sie Ihre elektronische Patientenakte ein
  7. AOK: App AOK Mein Leben, Registrierung und Identifikation
  8. BARMER: eCare, die App für Ihre ePA
  9. KKH: Registrierung für die ePA-App
  10. vzbv: Elektronische Patientenakte, viel Potenzial, bislang wenig Nutzen (18.02.2026)
  11. § 630g BGB: Einsichtnahme in die Behandlungsakte
  12. § 305 SGB V: Auskünfte an Versicherte

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung. So arbeitet unsere Redaktion

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