Zulassung
- EUIn Deutschland national zugelassen, mit mehreren Präparaten: als Infusion bei schweren Infektionen und als Kapsel bei Clostridioides-difficile-Infektionen.
- USAIn den USA seit 1958 von der FDA zugelassen; intravenös bei schweren Infektionen mit grampositiven Erregern, oral bei C.-difficile-Infektion.
Wie es wirkt
Vancomycin blockiert den Aufbau der bakteriellen Zellwand. Es bindet an das D-Alanyl-D-Alanin-Ende der Bausteine des Peptidoglykans, des Gerüsts der Zellwand, und verhindert deren Vernetzung. Die Zellwand bleibt unvollständig, und das wachsende Bakterium stirbt ab. Das Ziel unterscheidet sich von dem der Penicilline, weshalb Vancomycin auch gegen viele penicillinresistente Erreger wirkt.
Der Wirkort hängt von der Gabeform ab: Intravenös verteilt es sich im Körper, oral wird es kaum aufgenommen und wirkt lokal im Darm. Die Behandlung wird anhand von Blutspiegeln gesteuert, weil zu wenig das Therapieversagen und zu viel Nierenschäden begünstigen kann.
Was die Forschung zeigt
Vancomycin ist so gut etabliert, dass neuere Antibiotika gegen es getestet werden. In einer Studie von 2006 zu Staphylococcus-aureus-Blutstrominfektionen wurde Daptomycin mit einer Standardtherapie verglichen, die Vancomycin einschloss. Die Zulassung beruht auf jahrzehntelanger klinischer Erfahrung.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Bei intravenöser Gabe sind Nierenschäden, Hörverlust, niedrige weiße Blutzellen, allergische Reaktionen und die Vancomycin-Infusionsreaktion (Flush bei zu schneller Gabe, früher „Red-Man-Syndrom“) bekannt. Oral gegeben treten vor allem Übelkeit, Bauchschmerzen und niedriges Kalium auf.
Ernstere Risiken sind schwere Hautreaktionen sowie bleibende Nieren- und Hörschäden, vor allem bei hohen Blutspiegeln oder zusammen mit anderen nierenbelastenden Mitteln. Die Anwendung gehört in ärztliche Hand.
Was du im Blick behalten solltest
- KreatininNierenschäden sind ein bekanntes Risiko, besonders bei hohen Blutspiegeln.
- Vancomycin-SpiegelDie Behandlung wird anhand von Blutspiegeln gesteuert.
- BlutbildNiedrige weiße Blutzellen sind als Nebenwirkung bekannt.
- KaliumBei oraler Gabe tritt vor allem niedriges Kalium auf.
Häufige Fragen
Ist Vancomycin ein Peptid?
Warum wird Vancomycin bei C. difficile oral genommen?
Ähnliche Peptide
Peptid-BibliothekQuellen
Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion