Vancomycin

Vancomycin ist ein Glykopeptid-Antibiotikum gegen schwere Infektionen mit grampositiven Erregern wie MRSA, oral auch bei C.-difficile-Infektionen.

Wirkstoffklasse
Glykopeptid-Antibiotikum
Bereich
Herz & Blut
Status
In der EU zugelassen
Studienlage
In der EU zugelassen
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    In Deutschland national zugelassen, mit mehreren Präparaten: als Infusion bei schweren Infektionen und als Kapsel bei Clostridioides-difficile-Infektionen.
  • USA
    In den USA seit 1958 von der FDA zugelassen; intravenös bei schweren Infektionen mit grampositiven Erregern, oral bei C.-difficile-Infektion.

Wie es wirkt

Vancomycin blockiert den Aufbau der bakteriellen Zellwand. Es bindet an das D-Alanyl-D-Alanin-Ende der Bausteine des Peptidoglykans, des Gerüsts der Zellwand, und verhindert deren Vernetzung. Die Zellwand bleibt unvollständig, und das wachsende Bakterium stirbt ab. Das Ziel unterscheidet sich von dem der Penicilline, weshalb Vancomycin auch gegen viele penicillinresistente Erreger wirkt.

Der Wirkort hängt von der Gabeform ab: Intravenös verteilt es sich im Körper, oral wird es kaum aufgenommen und wirkt lokal im Darm. Die Behandlung wird anhand von Blutspiegeln gesteuert, weil zu wenig das Therapieversagen und zu viel Nierenschäden begünstigen kann.

Was die Forschung zeigt

Vancomycin ist so gut etabliert, dass neuere Antibiotika gegen es getestet werden. In einer Studie von 2006 zu Staphylococcus-aureus-Blutstrominfektionen wurde Daptomycin mit einer Standardtherapie verglichen, die Vancomycin einschloss. Die Zulassung beruht auf jahrzehntelanger klinischer Erfahrung.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Bei intravenöser Gabe sind Nierenschäden, Hörverlust, niedrige weiße Blutzellen, allergische Reaktionen und die Vancomycin-Infusionsreaktion (Flush bei zu schneller Gabe, früher „Red-Man-Syndrom“) bekannt. Oral gegeben treten vor allem Übelkeit, Bauchschmerzen und niedriges Kalium auf.

Ernstere Risiken sind schwere Hautreaktionen sowie bleibende Nieren- und Hörschäden, vor allem bei hohen Blutspiegeln oder zusammen mit anderen nierenbelastenden Mitteln. Die Anwendung gehört in ärztliche Hand.

Was du im Blick behalten solltest

  • Kreatinin
    Nierenschäden sind ein bekanntes Risiko, besonders bei hohen Blutspiegeln.
  • Vancomycin-Spiegel
    Die Behandlung wird anhand von Blutspiegeln gesteuert.
  • Blutbild
    Niedrige weiße Blutzellen sind als Nebenwirkung bekannt.
  • Kalium
    Bei oraler Gabe tritt vor allem niedriges Kalium auf.

Häufige Fragen

Ist Vancomycin ein Peptid?

Warum wird Vancomycin bei C. difficile oral genommen?

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Quellen

  1. Fachinformation Vancomycin Enterocaps (fachinfo.de)

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion