Zulassung
- EUIn der EU seit 2019 als Giapreza zentral über die EMA zugelassen bei therapieresistentem niedrigem Blutdruck infolge von septischem oder anderem distributivem Schock bei Erwachsenen.
- USAIn den USA von der FDA seit 2017 als Giapreza zugelassen, um bei septischem oder anderem distributivem Schock den Blutdruck anzuheben.
Wie es wirkt
Angiotensin II bindet vor allem an den AT1-Rezeptor der glatten Gefäßmuskulatur und lässt die Gefäße sich zusammenziehen, wodurch der Blutdruck schnell steigt. Es ist der letzte aktive Schritt des Renin-Angiotensin-Systems: Die Niere setzt Renin frei, daraus entsteht Angiotensin I, und das Enzym ACE wandelt es in Angiotensin II um.
Zusätzlich regt es die Nebennieren zur Ausschüttung von Aldosteron an und fördert die Freisetzung von Vasopressin. Bei Schock ist das nützlich, weil so der Blutdruck über einen Weg angehoben wird, der unabhängig von Katecholaminen wie Noradrenalin ist. Das Peptid wird im Blut innerhalb etwa einer Minute abgebaut, die Wirkung lässt sich deshalb rasch steuern.
Was die Forschung zeigt
Die Zulassung beruht auf der ATHOS-3-Studie bei Patientinnen und Patienten mit vasodilatorischem Schock, die bereits hoch dosierte Vasopressoren erhielten. Zusätzlich gegebenes Angiotensin II brachte den Blutdruck bei 69,9 % der Behandelten auf den Zielwert, unter Placebo bei 23,4 %.
Die Studie misst den Blutdruckanstieg. Ob die Behandlung auch das Überleben verbessert, lässt sich aus diesem Ergebnis nicht ableiten.
| Studie | Modell | Ergebnis |
|---|---|---|
| ATHOS-3 | Erwachsene mit vasodilatorischem Schock unter hoch dosierten Vasopressoren, randomisiert gegen Placebo | Blutdruckziel bei 69,9 % erreicht, unter Placebo bei 23,4 %. |
Nebenwirkungen und Sicherheit
Wichtigstes Risiko sind Thrombosen. In der Zulassungsstudie traten thrombotische Ereignisse auf, darunter tiefe Beinvenenthrombosen, weshalb laut Fachinformation während der Behandlung eine Thromboseprophylaxe empfohlen wird.
Weitere berichtete Effekte waren niedrige Thrombozytenzahlen, schneller Herzschlag, Pilzinfektionen, Delir, Azidose, erhöhter Blutzucker und verminderte Durchblutung der Gliedmaßen. Da der Wirkstoff nur auf der Intensivstation eingesetzt wird, stehen die Betroffenen ohnehin unter engmaschiger Überwachung.
Was du im Blick behalten solltest
- BlutdruckDer Blutdruck ist der Wert, den die Behandlung anheben soll und über den sie gesteuert wird.
- ThrombozytenNiedrige Thrombozytenzahlen gehören zu den berichteten Effekten.
Häufige Fragen
Wofür wird Angiotensin II als Medikament eingesetzt?
Ist Angiotensin II dasselbe wie ein ACE-Hemmer?
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Peptid-BibliothekQuellen
Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion