Terlipressin

Terlipressin ist ein lang wirksames Vasopressin-Analogon gegen das hepatorenale Syndrom. In den USA zugelassen, mit Warnhinweis auf Atemversagen.

Wirkstoffklasse
Vasopressin-Analogon
Bereich
Verdauung & Gewicht
Status
In der EU zugelassen
Studienlage
In der EU zugelassen
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    In der EU national zugelassen (zum Beispiel als Glypressin), unter anderem bei hepatorenalem Syndrom Typ 1; Terlivaz als Handelsname wurde nicht geprüft.
  • USA
    In den USA seit 2022 von der FDA als Terlivaz zugelassen zur Verbesserung der Nierenfunktion bei Erwachsenen mit hepatorenalem Syndrom, mit Warnhinweis auf Atemversagen.

Wie es wirkt

Terlipressin ist eine Vorstufe, aus der Enzyme langsam Lysin-Vasopressin freisetzen, das vor allem an V1a-Rezeptoren wirkt. Beim hepatorenalen Syndrom sind die Gefäße im Bauchraum krankhaft erweitert, wodurch zu wenig Blut die Nieren erreicht. Terlipressin verengt diese Gefäße, verringert die Blutansammlung im Darmkreislauf und lenkt Blut in den übrigen Körper und zu den Nieren.

Ziel ist es, das Nierenversagen umzukehren, während die Lebererkrankung behandelt wird, oft als Überbrückung bis zur Lebertransplantation.

Was die Forschung zeigt

In der Zulassungsstudie CONFIRM wurde Terlipressin mit Placebo verglichen. Das hepatorenale Syndrom bildete sich bei etwa 32 Prozent der Behandelten zurück, unter Placebo bei 17 Prozent. Atemwegskomplikationen traten unter Terlipressin häufiger auf.

Die Evidenz betrifft eine schwer kranke, klar umrissene Patientengruppe unter Klinikbedingungen.

StudieModellErgebnis
CONFIRMErwachsene mit hepatorenalem Syndrom, Placebo-kontrolliertRückbildung bei etwa 32 % gegenüber 17 %, mehr Atemwegskomplikationen unter Terlipressin.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Häufig sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Atemnot. Der Warnhinweis betrifft schweres oder tödliches Atemversagen, das Risiko ist bei Flüssigkeitsüberladung höher, deshalb wird die Sauerstoffversorgung überwacht und bei Sauerstoffmangel verzichtet man auf das Mittel.

Weitere Risiken sind Durchblutungsstörungen (Ischämie) an Herz, Gehirn, Darm, Fingern oder Haut. Atemversagen oder Ischämie können eine Lebertransplantation unmöglich machen. Die Anwendung erfolgt in der Klinik.

Was du im Blick behalten solltest

  • Kreatinin
    Der Stoff soll die Nierenfunktion beim hepatorenalen Syndrom verbessern.
  • Sauerstoffsättigung
    Wegen des Warnhinweises zu Atemversagen wird die Sauerstoffversorgung überwacht.

Häufige Fragen

Wofür wird Terlipressin eingesetzt?

Warum gibt es einen Warnhinweis?

Ist Terlipressin ein Peptid?

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Quellen

  1. EMA: Terlipressin bei hepatorenalem Syndrom (Verfahren)

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion