Zulassung
- EUIn der EU seit 2000 als Orgalutran zentral über die EMA zugelassen, um bei der Eierstockstimulation einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern.
- USAIn den USA seit 1999 von der FDA zugelassen, um bei der kontrollierten Eierstockstimulation einen vorzeitigen LH-Anstieg zu verhindern.
Wie es wirkt
Ganirelix blockiert GnRH-Rezeptoren in der Hirnanhangdrüse und unterdrückt dadurch schnell die Freisetzung von luteinisierendem Hormon (LH) und follikelstimulierendem Hormon (FSH). Bei der IVF werden die Eierstöcke mit Hormonen zum Wachstum mehrerer Follikel angeregt. Steigt das körpereigene LH zu früh an, kann der Eisprung zu zeitig erfolgen und der Zyklus verloren gehen.
Als Antagonist wirkt Ganirelix sofort und umkehrbar. Das erlaubt kürzere, flexiblere Protokolle als der ältere Ansatz mit Agonisten, die die Hirnanhangdrüse erst über Tage dämpfen müssen.
Was die Forschung zeigt
In einer nordamerikanischen Phase-3-Studie wurde Ganirelix mit einem langen Protokoll mit Leuprorelin verglichen. Die Raten fortbestehender Schwangerschaften waren vergleichbar, bei Ganirelix waren weniger Injektionen nötig und es kam seltener zu Reaktionen an der Einstichstelle.
Die Evidenz bezieht sich auf die zugelassene Anwendung in der assistierten Reproduktion.
| Studie | Modell | Ergebnis |
|---|---|---|
| Nordamerikanische Phase-3-Studie | Frauen in IVF-Behandlung, Vergleich mit langem Leuprorelin-Protokoll | Vergleichbare Schwangerschaftsraten, weniger Injektionen und weniger Einstichreaktionen. |
Nebenwirkungen und Sicherheit
Häufig sind Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Bauch- oder Beckenbeschwerden. Ernster sind Überempfindlichkeitsreaktionen und das ovarielle Überstimulationssyndrom, das aber ein Risiko der gesamten Stimulation ist und nicht spezifisch für Ganirelix.
In der Schwangerschaft ist Ganirelix kontraindiziert. Die Anwendung gehört in die Hände eines Kinderwunschzentrums.
Was du im Blick behalten solltest
- LHDer vorzeitige LH-Anstieg ist genau das, was Ganirelix im Zyklus verhindern soll.
- ÖstradiolWird während der Eierstockstimulation üblicherweise verfolgt, um das Follikelwachstum einzuordnen.
Häufige Fragen
Wofür wird Ganirelix verwendet?
Was ist der Unterschied zwischen GnRH-Antagonisten und -Agonisten?
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Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion