Cetrorelix

Cetrorelix ist ein zugelassener GnRH-Antagonist, der bei der Kinderwunschbehandlung (IVF) einen vorzeitigen Eisprung verhindert.

Wirkstoffklasse
GnRH-Antagonist (Dekapeptid)
Bereich
Sexualität & Fortpflanzung
Status
In der EU zugelassen
Studienlage
In der EU zugelassen
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    In der EU seit 1999 als Cetrotide zentral über die EMA zugelassen, um bei der kontrollierten ovariellen Stimulation einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern.
  • USA
    In den USA von der FDA seit 2000 als Cetrotide zugelassen.

Wie es wirkt

Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus dem Hypothalamus veranlasst die Hypophyse, LH und FSH auszuschütten. Während der Stimulation vor einer IVF kann es zu einem vorzeitigen LH-Anstieg kommen, der den Eisprung auslöst, bevor die Eizellen entnommen werden. Cetrorelix konkurriert mit dem natürlichen GnRH um den Rezeptor und besetzt ihn, sodass LH und FSH sofort sinken.

Der Unterschied zu GnRH-Agonisten: Diese lösen zunächst einen Hormonschub aus und dämpfen die Hypophyse erst nach etwa zwei Wochen. Cetrorelix wirkt dagegen ohne anfänglichen Schub, sofort, dosisabhängig und umkehrbar. Deshalb kann es später im Zyklus und nur wenige Tage angewendet werden.

Was die Forschung zeigt

Die Zulassung stützt sich auf randomisierte kontrollierte Studien und Metaanalysen. In einer multizentrischen Studie verhinderte eine Einzeldosis bei allen untersuchten Frauen den LH-Anstieg, bei kürzerer Stimulation und geringerem Verbrauch an Gonadotropinen als im langen Agonisten-Protokoll.

Ein Cochrane-Review fand unter Antagonisten-Protokollen weniger ovarielle Überstimulationssyndrome (OHSS) als unter dem langen Agonisten-Protokoll, ohne eindeutigen Unterschied bei der Lebendgeburtenrate.

StudieModellErgebnis
Multizentrische randomisierte Studie, Einzeldosis Cetrorelix vs. langes Agonisten-ProtokollMensch, IVF-StimulationKein vorzeitiger LH-Anstieg bei allen Teilnehmerinnen, kürzere Stimulation, weniger Gonadotropin nötig.
Cochrane-Review zu Antagonisten- vs. Agonisten-ProtokollenMensch, MetaanalyseWeniger OHSS unter Antagonisten, kein eindeutiger Unterschied bei der Lebendgeburtenrate.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Häufig sind milde, örtliche Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Juckreiz oder Schwellung, außerdem Übelkeit und Kopfschmerzen. Selten treten allergische Reaktionen auf, die schwer verlaufen können.

Ein Risiko der gesamten IVF-Stimulation ist das ovarielle Überstimulationssyndrom. Cetrorelix darf nicht in der Schwangerschaft, bei schwerer Nierenschwäche oder bekannter Überempfindlichkeit gegen GnRH-Analoga angewendet werden. Die Anwendung gehört in die Hände einer Kinderwunschpraxis.

Was du im Blick behalten solltest

  • Östradiol
    Dieser Hormonwert wird in der IVF-Stimulation üblicherweise begleitend bestimmt.

Häufige Fragen

Wofür ist Cetrorelix zugelassen?

Stimuliert Cetrorelix das Eizellwachstum?

Was unterscheidet GnRH-Antagonisten von GnRH-Agonisten?

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Quellen

  1. EMA: Cetrotide

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion