Etelcalcetide

Etelcalcetid (Parsabiv) ist ein Calcimimetikum gegen sekundären Hyperparathyreoidismus bei Dialysepatienten und senkt das Parathormon.

Wirkstoffklasse
Calcimimetikum (Peptid)
Bereich
Knochen & Muskeln
Status
In der EU zugelassen
Studienlage
In der EU zugelassen
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    In der EU seit 2016 als Parsabiv zentral über die EMA zugelassen bei sekundärem Hyperparathyreoidismus unter Hämodialyse.
  • USA
    In den USA seit 2017 von der FDA zugelassen bei sekundärem Hyperparathyreoidismus unter Hämodialyse.

Wie es wirkt

Etelcalcetid bindet an den Calcium-sensitiven Rezeptor der Nebenschilddrüsen und macht ihn empfindlicher für Calcium. Die Drüsen deuten das als ausreichenden Calciumspiegel und schütten weniger Parathormon aus. Das dämpft den erhöhten Calcium- und Phosphatumsatz, der bei Dialysepatienten Knochen und Gefäße belastet.

Es ist damit das Gegenteil eines Hormonersatzes: Das Hormon wird gedrosselt statt zugeführt. Da es über den Dialysezugang gegeben wird, entfällt die Tabletteneinnahme.

Was die Forschung zeigt

In einer randomisierten Vergleichsstudie senkte intravenöses Etelcalcetid das Parathormon mindestens so gut wie das orale Cinacalcet, ein größerer Anteil der Patienten erreichte starke Absenkungen. Auf diesen Studien beruht die Zulassung.

StudieModellErgebnis
Direktvergleich mit CinacalcetRandomisierte Studie bei Dialysepatienten mit sekundärem HyperparathyreoidismusParathormon-Senkung mindestens so gut wie unter Cinacalcet, mehr Patienten mit starker Absenkung.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Häufig sind niedrige Calciumspiegel im Blut, Muskelkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen. Ernstere Risiken sind ausgeprägte Hypokalzämie mit Krampfanfällen oder Herzrhythmusstörungen, weshalb das Calcium kontrolliert wird, außerdem eine Verschlechterung einer Herzinsuffizienz und Blutungen im oberen Verdauungstrakt.

Was du im Blick behalten solltest

  • Kalzium
    Niedrige Kalziumspiegel sind die häufigste Nebenwirkung und können ernste Folgen haben.
  • Parathormon (PTH)
    Es zeigt, ob der Wirkstoff die überaktive Nebenschilddrüse wie vorgesehen dämpft.
  • Phosphat
    Der Wirkstoff soll den gestörten Kalzium- und Phosphatumsatz bei Dialyse bessern.

Häufige Fragen

Für wen ist Etelcalcetid gedacht?

Was ist der Unterschied zu Cinacalcet?

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Peptid-Bibliothek

Quellen

  1. EMA: Parsabiv

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion