Zulassung
- EUIn der EU seit Dezember 2022 als Eladynos zentral über die EMA zugelassen zur Behandlung der Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren.
- USAIn den USA seit 2017 von der FDA als Tymlos zugelassen zur Behandlung von Osteoporose bei hohem Frakturrisiko.
Wie es wirkt
Abaloparatid bindet an den PTH1-Rezeptor auf knochenbildenden Zellen und regt dort den Knochenaufbau an. Anders als viele Osteoporose-Medikamente bremst es nicht nur den Abbau, sondern baut aktiv neue Knochensubstanz auf. Dabei läuft die Bildung zeitweise schneller als der Abbau, man spricht von einem anabolen Fenster.
Das Molekül ähnelt dem PTHrP, während Teriparatid ein Teilstück des Parathormons selbst ist. Beide wirken über denselben Rezeptor und sind in der Anwendungsdauer auf insgesamt zwei Jahre begrenzt.
Was die Forschung zeigt
In der Zulassungsstudie ACTIVE senkte Abaloparatid gegenüber Placebo das Risiko neuer Wirbelkörperbrüche um rund 86 Prozent und das Risiko nicht-vertebraler Brüche um 43 Prozent. Die Knochendichte stieg an Hüfte, Lendenwirbelsäule und Schenkelhals. Teriparatid diente in der Studie als aktive Vergleichsgruppe, ein direkter statistischer Vergleich der beiden Wirkstoffe war aber nicht das Studienziel.
Bei Hüfte und Schenkelhals fiel der Dichtezuwachs unter Abaloparatid größer aus als unter Teriparatid, und Hyperkalzämien traten seltener auf (3,4 gegenüber 6,4 Prozent). Belastbare Langzeitdaten über die zweijährige Anwendung hinaus gibt es nicht.
| Studie | Modell | Ergebnis |
|---|---|---|
| ACTIVE | Postmenopausale Frauen mit Osteoporose, Placebo- und Teriparatid-Vergleich | Neue Wirbelkörperbrüche um rund 86 % gesenkt, nicht-vertebrale Brüche um 43 %. |
| ACTIVE, Knochendichte | Gleiche Studie, Vergleich mit Placebo | Zuwachs von 4,25 % an der Hüfte, 10,37 % an der Lendenwirbelsäule, 4,01 % am Schenkelhals. |
| ACTIVE, Vergleichsarm Teriparatid | Gleiche Studie, aktiver Vergleich | Größerer Dichtezuwachs an Hüfte und Schenkelhals, Hyperkalzämie seltener (3,4 % statt 6,4 %). |
Nebenwirkungen und Sicherheit
Häufige Nebenwirkungen sind Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Müdigkeit sowie Rötung, Schwellung oder Blutergüsse an der Einstichstelle. Auch Gelenk- und Knochenschmerzen, Blähungen und Durchfall werden genannt.
Ernster sind erhöhte Kalziumwerte im Blut und im Urin, die Nierensteine begünstigen können. Bei Morbus Paget, früheren Knochentumoren oder Bestrahlung des Skeletts und ungeklärt erhöhter alkalischer Phosphatase wird der Wirkstoff in der Regel nicht eingesetzt. Über Einsatz und Eignung entscheidet die behandelnde Ärztin oder der Arzt.
Was du im Blick behalten solltest
- KalziumErhöhte Kalziumwerte in Blut und Urin sind ein bekanntes Risiko und können Nierensteine begünstigen.
- KnochendichteZeigt, wie sich die Knochensubstanz unter der Behandlung der Osteoporose entwickelt.
- Alkalische PhosphataseUngeklärt erhöhte Werte gehören zu den Gründen, bei denen der Stoff nicht eingesetzt wird.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Abaloparatid und Teriparatid?
Ist Abaloparatid ein Peptid?
Warum ist die Anwendung auf zwei Jahre begrenzt?
Ähnliche Peptide
Peptid-BibliothekQuellen
Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion