Eptifibatide

Eptifibatid (Integrilin) ist ein zyklisches Peptid, das bei Herzinfarkt und Stenteingriff die Blutplättchen am Verklumpen hindert. Hauptrisiko sind Blutungen.

Wirkstoffklasse
Glykoprotein-IIb/IIIa-Hemmer (zyklisches Heptapeptid)
Bereich
Herz & Blut
Status
In der EU zugelassen
Studienlage
In der EU zugelassen
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    In der EU zentral über die EMA als Generikum Eptifibatide Accord zugelassen (seit 2016); das Original Integrilin wurde 2026 auf Antrag des Herstellers zurückgezogen.
  • USA
    In den USA seit 1998 von der FDA zugelassen (Integrilin) bei akutem Koronarsyndrom und perkutaner Koronarintervention.

Wie es wirkt

Eptifibatid blockiert den Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptor auf Blutplättchen, den letzten gemeinsamen Schritt der Plättchenverklumpung. Normalerweise bindet dieser Rezeptor Fibrinogen und verknüpft aktivierte Plättchen zu einem Gerinnsel. Eptifibatid besetzt den Rezeptor, sodass die Plättchen auch im aktivierten Zustand nicht verklumpen.

Die Wirkung ist stark, aber rasch umkehrbar, wenn die Infusion endet. Der Wirkstoff wird über die Nieren ausgeschieden, daher wird bei Nierenschwäche angepasst. Sein Aufbau ist von einem Eiweiß im Gift der Zwergklapperschlange abgeleitet.

Was die Forschung zeigt

Die Zulassung stützt sich auf große randomisierte Studien. In PURSUIT bei akutem Koronarsyndrom senkte Eptifibatid die Rate von Tod oder nicht tödlichem Herzinfarkt nach 30 Tagen, bei häufigeren Blutungen.

Es wird in der Klinik zusätzlich zu anderen gerinnungshemmenden Therapien eingesetzt, nicht als alleinige Behandlung.

StudieModellErgebnis
PURSUITMensch, randomisiert, akutes KoronarsyndromWeniger Tod oder nicht tödliche Herzinfarkte nach 30 Tagen, dafür mehr Blutungen.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Die wichtigste Gefahr sind Blutungen, besonders an der Einstichstelle des Gefäßzugangs, schwere Blutungen können auftreten. Weitere Effekte sind niedriger Blutdruck und ein Abfall der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie).

Nicht angewendet werden darf Eptifibatid unter anderem bei aktiven oder kürzlichen schweren Blutungen, schwerem unkontrolliertem Bluthochdruck oder dialysepflichtigem Nierenversagen. Die Anwendung erfolgt ausschließlich unter ärztlicher Überwachung.

Was du im Blick behalten solltest

  • Thrombozyten
    Ein Abfall der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie) gehört zu den bekannten Wirkungen.
  • Blutbild
    Wegen des Blutungsrisikos wird der Blutverlust über das Blutbild im Blick behalten.
  • Kreatinin
    Die Nierenfunktion spielt für die Anwendung eine Rolle, bei Dialysepflicht ist der Stoff ausgeschlossen.
  • Blutdruck
    Der Blutdruck kann sinken, schwerer unkontrollierter Bluthochdruck spricht gegen die Anwendung.

Häufige Fragen

Wofür wird Eptifibatid eingesetzt?

Warum stammt Eptifibatid von Schlangengift ab?

Wie wirkt es im Vergleich zu anderen Blutverdünnern?

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Peptid-Bibliothek

Quellen

  1. EMA: Eptifibatide Accord
  2. PubMed 2033037

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion