Cyclosporine

Ciclosporin ist ein zyklisches Peptid aus einem Pilz, das T-Zellen hemmt, nach Transplantationen die Abstoßung verhindert und als Augentropfen eingesetzt wird.

Wirkstoffklasse
Zyklisches Peptid, Calcineurin-Inhibitor (Immunsuppressivum)
Bereich
Immunsystem
Status
In der EU zugelassen
Studienlage
In der EU zugelassen
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    In der EU als Ciclosporin zugelassen, etwa als Sandimmun und Sandimmun Neoral national in Deutschland und als Ikervis (Augentropfen) zentral über die EMA seit 2015.
  • USA
    In den USA seit 1983 von der FDA zugelassen, unter anderem zur Verhinderung der Transplantatabstoßung.

Wie es wirkt

Ciclosporin dringt in T-Zellen ein und bindet Cyclophilin. Dieser Komplex hemmt das Enzym Calcineurin, das sonst den Transkriptionsfaktor NFAT aktiviert und damit die Bildung von Interleukin-2 anstößt. Ohne dieses Signal vermehren sich T-Zellen nicht und greifen weniger an, sei es das Spenderorgan oder körpereigenes Gewebe bei Autoimmunerkrankungen.

Als Augentropfen wirkt es lokal und mindert die Entzündung bei chronisch trockenem Auge.

Was die Forschung zeigt

Ciclosporin zählt zu den am besten untersuchten Immunsuppressiva. In einer kanadischen Multizenterstudie verbesserte es das Ein-Jahres-Überleben von Nierentransplantaten gegenüber dem damaligen Standard mit Azathioprin. Weitere kontrollierte Studien stützen die Anwendung bei Rheuma, Schuppenflechte und trockenem Auge.

StudieModellErgebnis
Kanadische MultizenterstudieNierentransplantierteBesseres Ein-Jahres-Überleben der Transplantate als mit der Azathioprin-Therapie.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Bei systemischer Gabe sind Bluthochdruck, Nierenfunktionsstörung mit steigendem Kreatinin, Zittern, vermehrter Haarwuchs und Zahnfleischwucherungen häufig. Die Präparate tragen Boxed Warnings wegen Nierentoxizität und eines erhöhten Risikos für schwere Infektionen und Krebs, vor allem Lymphome und Hautkrebs.

Nötig sind Blutspiegelkontrollen und Aufmerksamkeit für viele Wechselwirkungen. Die Augentropfen wirken lokal, verursachen meist Brennen oder Stechen und tragen diese systemischen Warnungen nicht.

Was du im Blick behalten solltest

  • Ciclosporin-Blutspiegel
    Zeigt, wie viel Wirkstoff im Blut ankommt, da die Aufnahme stark schwankt.
  • Kreatinin
    Ciclosporin kann die Nieren belasten, der Wert zeigt die Nierenfunktion.
  • Blutdruck
    Ciclosporin kann den Blutdruck erhöhen.
  • Magnesium
    Ciclosporin kann den Magnesiumspiegel senken.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ciclosporin und Cyclosporin?

Ist Ciclosporin ein Peptid?

Sind die verschiedenen Ciclosporin-Präparate austauschbar?

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Peptid-Bibliothek

Quellen

  1. EMA: Ikervis

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion