Dalbavancin / Oritavancin / Telavancin

Dalbavancin, Oritavancin und Telavancin sind per Infusion gegebene Antibiotika gegen grampositive Keime wie MRSA, zugelassen bei Hautinfektionen.

Wirkstoffklasse
Lipoglykopeptid-Antibiotika (Vancomycin-Abkömmlinge)
Bereich
Haut & Alterung
Status
In der EU zugelassen
Studienlage
In der EU zugelassen
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    In der EU zentral über die EMA zugelassen: Dalbavancin (Xydalba) und Oritavancin (Tenkasi) bei Hautinfektionen. Telavancin (Vibativ) wurde 2018 zurückgezogen.
  • USA
    In den USA von der FDA zugelassen: Telavancin 2009, Dalbavancin und Oritavancin 2014, jeweils für akute bakterielle Haut- und Weichteilinfektionen.

Wie es wirkt

Wie Vancomycin blockieren diese Wirkstoffe den Aufbau der bakteriellen Zellwand: Sie binden an das D-Alanyl-D-Alanin-Ende der Wandbausteine und verhindern die Vernetzung, die der Wand ihre Festigkeit gibt. Der Fettsäure-Anhang verankert sie in der Bakterienmembran und verlängert die Wirkdauer. Bei Oritavancin und Telavancin stört er zusätzlich die Membran selbst, ein zweiter bakterizider Mechanismus.

Besonders ist die Wirkdauer: Dalbavancin hat eine Halbwertszeit von etwa zwei Wochen, Oritavancin kommt bei Hautinfektionen mit einer einzigen Infusion aus. Telavancin wird dagegen täglich gegeben.

Was die Forschung zeigt

Die Zulassungen stützen sich auf randomisierte Nichtunterlegenheitsstudien. Dalbavancin war bei Hautinfektionen einer Standardtherapie aus Vancomycin gefolgt von Linezolid nicht unterlegen. Für Telavancin liegen zusätzlich Studien zu bestimmten im Krankenhaus erworbenen Lungenentzündungen vor.

StudieModellErgebnis
Zulassungsstudien zu Dalbavancin bei Haut- und WeichteilinfektionenMensch, randomisiertWöchentliche Gabe war einer Vancomycin-Linezolid-Standardtherapie nicht unterlegen.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Häufig sind Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall. Bei Dalbavancin können Leberwerte ansteigen, bei Telavancin treten Geschmacksstörungen und schaumiger Urin auf. Infusionsreaktionen sind möglich.

Telavancin trägt Warnhinweise im Beipackzettel (Boxed Warning) wegen Nierenschäden und Risiko für das ungeborene Kind; vor der Anwendung ist ein Schwangerschaftstest nötig. Oritavancin kann bestimmte Gerinnungstests stören und darf eine Zeit lang nicht zusammen mit unfraktioniertem Heparin gegeben werden.

Was du im Blick behalten solltest

  • ALT (GPT)
    Bei Dalbavancin können die Leberwerte ansteigen.
  • Kreatinin
    Telavancin kann die Nieren belasten, das Kreatinin zeigt die Nierenfunktion.

Häufige Fragen

Sind das Peptide im Sinne von Wellness-Peptiden?

Wogegen werden sie eingesetzt?

Warum ist die lange Wirkdauer ein Vorteil?

Ähnliche Peptide

Peptid-Bibliothek

Quellen

  1. EMA: Xydalba

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion