Corticotropin

Corticotropin (ACTH) regt die Nebennieren zur Steroidbildung an. Es ist in den USA seit 1952 zugelassen, etwa bei infantilen Spasmen und MS-Schüben.

Wirkstoffklasse
ACTH-Präparat (Melanocortin-Peptidhormon)
Bereich
Hormone & Stoffwechsel
Status
In den USA zugelassen
Studienlage
Gut untersucht
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    Der EU-Status von Corticotropin konnte nicht sicher geprüft werden. Das verwandte Tetracosactid (Synacthen Depot) ist in Deutschland national zugelassen.
  • USA
    In den USA seit 1952 von der FDA als Acthar Gel zugelassen, unter anderem bei infantilen Spasmen und akuten Schüben der multiplen Sklerose.

Wie es wirkt

Corticotropin wirkt auf zwei Wegen. Klassisch bindet es an den Melanocortin-2-Rezeptor der Nebennierenrinde und regt dort die Bildung von Kortisol und weiteren Steroiden an, sodass ein Großteil der entzündungshemmenden Wirkung indirekt über körpereigene Steroide entsteht.

Zusätzlich bindet es an Melanocortin-Rezeptoren auf Immunzellen und wirkt dort direkt entzündungshemmend und immunmodulierend, unabhängig von Steroiden.

Was die Forschung zeigt

Die beste kontrollierte Evidenz gibt es bei infantilen Spasmen, einer schweren Epilepsieform im Säuglingsalter. Dort stoppte hochdosiertes ACTH die Krämpfe in einer kontrollierten Studie häufiger als Prednison.

Für die übrigen Anwendungsgebiete beruht die Einschätzung vor allem auf der langen klinischen Erfahrung.

StudieModellErgebnis
Kontrollierte Studie bei infantilen SpasmenSäuglingeACTH stoppte die Spasmen häufiger als Prednison

Nebenwirkungen und Sicherheit

Häufig sind Reaktionen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Wassereinlagerungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und erhöhter Blutzucker. Bei Säuglingen werden zusätzlich Infektionen, Krampfanfälle, Bluthochdruck, Reizbarkeit und Fieber berichtet.

Ernster sind eine erhöhte Infektanfälligkeit, eine Nebennierenschwäche nach dem Absetzen, Wachstumshemmung bei Kindern und Magen-Darm-Blutungen. Das Profil ähnelt dem von Kortikosteroiden.

Was du im Blick behalten solltest

  • Blutdruck
    Corticotropin kann Wassereinlagerungen und Bluthochdruck begünstigen.
  • Nüchternglukose
    Corticotropin kann den Blutzucker erhöhen.
  • Cortisol
    Es regt die Nebenniere an, nach dem Absetzen ist eine Nebennierenschwäche möglich.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ACTH und Kortison?

Wofür wird Corticotropin eingesetzt?

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Quellen

  1. PubMed 8604274

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion