Die Bundespolizei und mehrere Länder nennen einen BMI von 18 bis 27,5 kg/m². Prüf deinen Wert im BMI-Rechner und vergleiche ihn mit den Unterlagen deines Bundeslands.
Die belegten Werte von Bund und Ländern
Diese Tabelle enthält nur Dienste, für die wir eine Angabe der Behörde selbst gefunden haben. Alle Seiten haben wir am 7. November 2026 geprüft.
| Dienst | BMI-Angabe | Ausnahme genannt? | Quelle und Stand |
|---|---|---|---|
| Bundespolizei | kein BMI unter 18, kein BMI über 27,5 | nein | Infoblatt, Datei von Juli 2025 |
| Nordrhein-Westfalen | nicht unter 18, nicht über 27,5 | nein | Ausschreibung für den Start 2027 |
| Baden-Württemberg | zwischen 18 und 27,5 | nein | Karriereseite, ohne Datum |
| Bayern | 18 bis 27,5 vorgesehen | nein | Bewerbungs-FAQ, ohne Datum |
| Hessen | mindestens 18, höchstens 27,5 | ja, bei gewichtsadäquater Leistung | Landtag, Drucksache 20/6070, 2021 |
| Hamburg | nicht unter 18, über 27,5 nur mit Nachweis | ja, bei gewichtsadäquater Leistung | Infoblatt, 09/2020 |
Die Polizei Berlin nennt Unter- und Übergewicht (Adipositas) als Grund, der die Eignung grundsätzlich ausschließt, aber keinen Zahlenwert (Stand 6/2025). Deshalb steht Berlin nicht in der Tabelle. Auch die von uns geprüften Seiten von Niedersachsen, Bremen und Sachsen nennen keinen BMI-Wert. Das heißt nicht, dass dort keiner gilt. Die übrigen Länder haben wir nicht belegt gefunden. Prüf bei älteren Angaben die aktuelle Ausschreibung, bevor du dich darauf verlässt.
Woher die Zahlen kommen
Die Bundespolizei begründet die strengen Vorgaben mit hohen körperlichen Anforderungen, die eine uneingeschränkte und absehbar langfristige gesundheitliche Eignung erfordern. Als Grundlage nennt das hessische Innenministerium die PDV 300, laut Bundesverwaltungsgericht eine bundeseinheitliche Verwaltungsvorschrift zur ärztlichen Beurteilung der Polizeidiensttauglichkeit. Ihren Inhalt zum BMI hat das Ministerium 2021 im Landtag beschrieben:
- Über 25 kg/m² müssen Risikofaktoren beachtet werden.
- Unter 20 kg/m² müssen krankheitsbedingte Ursachen beachtet werden.
- Ab 27,5 kg/m² Übergewicht oder bei 18 kg/m² Untergewicht ist die Tauglichkeit grundsätzlich auszuschließen.
- Die Ausnahme: Beim Übergewicht gilt das nicht, wenn die gewichtsadäquate körperliche Leistungsfähigkeit zweifelsfrei gegeben ist, zum Beispiel im Leistungs- oder Kraftsport.
Die Vorschrift selbst haben wir nicht eingesehen. Diese Punkte stammen aus der Antwort des Ministeriums. Dort steht auch, warum es beim BMI bleibt: Bei der Überarbeitung der PDV 300 wurde über Alternativen beraten. Das Gremium aus Bund und Ländern sprach sich wegen Praktikabilität, Reproduzierbarkeit und Aussagekraft weiter für den BMI aus. Damit unterscheidet sich die Polizei von der Bundeswehr, die den Wert 2018 aufgegeben hat.
Was 18 und 27,5 in Kilogramm bedeuten
So rechnen sich die beiden Werte für gängige Größen um:
| Körpergröße | BMI 18 | BMI 27,5 |
|---|---|---|
| 160 cm | 46,1 kg | 70,4 kg |
| 165 cm | 49,0 kg | 74,9 kg |
| 170 cm | 52,0 kg | 79,5 kg |
| 175 cm | 55,1 kg | 84,2 kg |
| 180 cm | 58,3 kg | 89,1 kg |
| 185 cm | 61,6 kg | 94,1 kg |
| 190 cm | 65,0 kg | 99,3 kg |
Das sind Grenzen eines Auswahlverfahrens, keine Zielgewichte. Sie sagen nichts darüber aus, welches Gewicht für dich gesund ist. Die medizinische Einteilung der WHO ist eine andere: Dort beginnt der Normalbereich bei 18,5 und endet bei 24,9. Ein BMI von 26 liegt also bei der Polizei im Rahmen, gilt medizinisch aber als Präadipositas.
Größe ist eine eigene Hürde
Wer den BMI ausrechnet, sollte auch die Mindestgröße prüfen. Sie ist nicht einheitlich, und das hessische Innenministerium schreibt, dass die überarbeitete PDV 300 dazu keine Bestimmungen mehr enthält. Die aktuellen Angaben der Behörden lauten:
- Nordrhein-Westfalen: 163 cm, darunter Mindestgrößentest
- Baden-Württemberg und Bayern: 160 cm, mit Ausnahme oder Vortest
- Sachsen: 160 cm
- Hamburg: 158 cm
- Hessen: 155 cm
- Berlin, mittlerer Dienst: keine vorgegebene Mindestgröße
Wann der Wert zählt
In Nordrhein-Westfalen gilt der BMI zum Zeitpunkt der polizeiärztlichen Untersuchung. In Baden-Württemberg findet diese Untersuchung nach bestandenem Auswahltest an einem eigenen Termin statt. In Hessen wurden Bewerbende nach Stand 2021 seit 2020 unabhängig vom BMI eingeladen und auf eine Abweichung hingewiesen.
In Berlin gehört die Feststellung der Körpermaße ausdrücklich zur Untersuchung.
Warum ein BMI-Wert nicht alles entscheidet
Das Bundesverwaltungsgericht hat 2025 klargestellt: Der Dienstherr darf die Anforderungen in einer Vorschrift wie der PDV 300 konkretisieren. Solche Vorschriften dürfen aber keine Erkrankungen auflisten, die ungeachtet des Einzelfalls zur Ablehnung führen. Ob jemand die Voraussetzungen erfüllt, prüfen Gerichte voll nach. Der Fall betraf einen Schlaganfall, nicht den BMI. Ein Urteil speziell zur Grenze von 27,5 haben wir nicht gefunden.
Auch die hessische Antwort sagt, die polizeiärztliche Bewertung beruhe immer auf einer Einzelfallbetrachtung. Bei einem hohen BMI zählt dort unter anderem das Belastungs-EKG. Wer viel Muskelmasse hat, findet die Hintergründe im Ratgeber zu BMI bei Sportlern und Muskeln. Das Gewicht ist außerdem nur ein Punkt von vielen: Das Infoblatt der Bundespolizei führt Allergien, Stoffwechselerkrankungen, Hauterkrankungen und viele weitere Ausschlussgründe auf.
Darum hilft es, die eigene Vorgeschichte zu kennen. Bei schwerwiegenden Erkrankungen nach Unfällen oder Operationen und bei laufenden Behandlungen verlangt die Bundespolizei die ärztlichen Berichte mit den Bewerbungsunterlagen. Bayern empfiehlt bei Vorerkrankungen einen ausführlichen Befundbericht vorab. Diese Berichte liegen oft bei verschiedenen Praxen, manche liegen Jahre zurück. Wie du sie bekommst, steht im Ratgeber Befunde vom Arzt anfordern.

Du gibst einmal frei. Wir holen deine Befunde, auch die von vor Jahren.
- Einmal freigebenDu erteilst in der App eine Vollmacht. Damit darf anomalie deine Unterlagen in deinem Namen anfordern.
- Praxen findenanomalie fragt zuerst deine Krankenkasse nach deiner Leistungsübersicht. Daraus ergibt sich, bei welchen Praxen und Kliniken du warst, auch die, an die du dich nicht erinnerst.
- Anfragen und dranbleibenJede Praxis bekommt ein Schreiben nach § 630g BGB und Art. 15 DSGVO. Kommt nichts, erinnert anomalie automatisch und besteht auf der Monatsfrist.
- Alles an einem OrtAntworten per E-Mail oder Fax landen direkt in deinem Health Profile, Briefe scannst du mit der App. anomalie liest die Werte aus und ordnet sie.
Kein Faxgerät, kein Nachtelefonieren, keine Fristen im Kalender.
Befunde anfordern lassenPolizei ist nicht gleich Verbeamtung
Die Werte hier gelten für den Polizeivollzugsdienst. Für Lehrkräfte oder die Verwaltung gibt es keine solche Zahl. Die Regeln dafür erklärt der Ratgeber zum BMI bei der Verbeamtung. Die Bundeswehr arbeitet nicht mehr mit dem BMI, sondern mit dem Verhältnis von Taille zu Größe. Mehr dazu steht im Artikel zum BMI bei der Bundeswehr.
Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine polizeiärztliche Untersuchung. Verbindlich sind die Unterlagen und die Einstellungsberatung deines Dienstes. Liegt dein BMI unter 18 oder hat sich dein Gewicht ungewollt verändert, lass das unabhängig von der Bewerbung ärztlich abklären.
Häufige Fragen
Wie hoch darf der BMI bei der Polizei sein?
Die von uns geprüften Dienste nennen einen BMI bis 27,5 kg/m². Bei der Bundespolizei steht im Infoblatt: kein Übergewicht, BMI über 27,5, kein Untergewicht, BMI unter 18. Maßgeblich sind die aktuellen Unterlagen deiner Einstellungsbehörde.
Was gilt bei der Polizei NRW?
Die Ausschreibung für 2027 nennt einen BMI von nicht kleiner als 18 und nicht größer als 27,5. Es zählt der Zeitpunkt der polizeiärztlichen Untersuchung, nicht der Wert bei der Bewerbung.
Gibt es eine Ausnahme für Sportler mit viel Muskelmasse?
Werde ich mit einem zu hohen BMI gar nicht eingeladen?
In Hessen werden Bewerbende seit 2020 unabhängig vom BMI zum Auswahlverfahren eingeladen, mit einem Hinweis in der Einladung (Stand 2021). Für andere Länder haben wir das nicht belegt gefunden.
Warum steht mein Bundesland nicht in der Tabelle?
Wir nennen nur Dienste, die wir mit einer eigenen Quelle belegen konnten. Die übrigen Länder können denselben Wert nutzen, belegt haben wir das nicht. Frag dort direkt bei der Einstellungsberatung nach.
Quellen
- Bundespolizei: Informationsblatt Polizeiärztliche Untersuchung (Datei von Juli 2025)
- Polizei NRW: Stellenanzeige Duales Studium 2027
- Polizei NRW: Voraussetzungen für die Bewerbung
- Polizei Baden-Württemberg: Ausbildung und Studium
- Bayerische Polizei: Fragen und Antworten zur Bewerbung
- Bayerische Polizei: FAQ Polizeivollzugsdienst
- Polizei Hamburg: Einstellungsverfahren
- Hessischer Landtag: Drucksache 20/6070, Sporttest der Landespolizei Hessen, Teil II (01.09.2021)
- Akademie der Polizei Hamburg: Informationen zur gesundheitlichen Eignung (09/2020)
- Polizei Berlin: Hinweise zur gesundheitlichen Eignung (Stand 6/2025)
- Polizei Berlin: Polizistin oder Polizist werden
- Polizei Hessen: Check deine Voraussetzungen
- Polizeiakademie Niedersachsen: Voraussetzungen für ein Polizeistudium
- Polizei Bremen: Hinweise und Anforderungen
- Polizei Sachsen: Einstellungsvoraussetzungen
- WHO Europe: Nutrition for a healthy life, WHO recommendations
- BVerwG, Urteil vom 13.02.2025, 2 C 4.24
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung. So arbeitet unsere Redaktion