Ziconotide

Ziconotid ist ein synthetisches Schneckengift-Peptid, das bei schwersten chronischen Schmerzen direkt in den Rückenmarkskanal gegeben wird und kein Opioid ist.

Wirkstoffklasse
N-Typ-Calciumkanal-Blocker (Conotoxin-Peptid)
Bereich
Gehirn & Schlaf
Status
In der EU zugelassen
Studienlage
In der EU zugelassen
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    In der EU seit Februar 2005 als Prialt zentral über die EMA zugelassen bei schweren chronischen Schmerzen, die eine intrathekale Therapie erfordern.
  • USA
    In den USA seit 2004 von der FDA zugelassen (Prialt) bei schweren chronischen Schmerzen, die eine intrathekale Therapie erfordern.

Wie es wirkt

Ziconotid blockiert spannungsabhängige N-Typ-Calciumkanäle auf schmerzleitenden Nervenfasern, die im Hinterhorn des Rückenmarks enden. Diese Kanäle steuern die Freisetzung von Botenstoffen, die Schmerzsignale weitergeben. Wird die Freisetzung blockiert, unterbricht das die Schmerzweiterleitung auf Rückenmarksebene.

Das Peptid gelangt aus dem Blut kaum ins Gehirn und muss deshalb über eine Pumpe in den Nervenwasserraum gegeben werden; eine Gabe in die Vene ist ausgeschlossen. Da der Mechanismus nicht über Opioidrezeptoren läuft, treten keine Atemdepression und die übliche Toleranzentwicklung nicht auf.

Was die Forschung zeigt

Die Zulassung beruht auf randomisierten, placebokontrollierten Studien. In einer kontrollierten Studie bei therapieresistenten Schmerzen durch Krebs und AIDS senkte Ziconotid die Schmerzwerte deutlich stärker als Placebo. Das Mittel hat eine enge therapeutische Breite, deshalb wird vorsichtig und langsam angepasst.

StudieModellErgebnis
Kontrollierte StudieTherapieresistente Schmerzen bei Krebs und AIDSSchmerzwerte deutlich stärker gesenkt als unter Placebo.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Häufig sind Schwindel, Übelkeit, Verwirrtheit, Gedächtnisprobleme, Gangstörung, Benommenheit und unwillkürliche Augenbewegungen. Die Boxed Warning betrifft schwere psychiatrische Symptome wie Depression mit Suizidgedanken und Halluzinationen sowie neurologische Beeinträchtigung; wer eine Psychose in der Vorgeschichte hat, darf es nicht erhalten.

Bei ernsten neurologischen oder psychiatrischen Zeichen muss die Behandlung beendet werden. Bei verunreinigter Pumpe oder Katheter drohen Hirnhautentzündung oder andere Infektionen.

Was du im Blick behalten solltest

  • Kreatinkinase
    Ein Anstieg dieses Muskelenzyms wurde unter Ziconotid beobachtet.

Häufige Fragen

Ist Ziconotid ein Opioid?

Warum wird Ziconotid in den Rückenmarkskanal gegeben?

Wer behandelt mit Ziconotid?

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Peptid-Bibliothek

Quellen

  1. EMA: Prialt

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion