Melanotan I

Melanotan I bräunt die Haut über einen Pigment-Rezeptor. Als Bräunungsspritze ist es nicht zugelassen, als Afamelanotid wird es bei EPP eingesetzt.

Wirkstoffklasse
MC1R-Agonist (Melanocortin-Analogon)
Bereich
Haut & Alterung
Status
Ohne Zulassung verkauft
Studienlage
Kaum untersucht
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    Der Wirkstoff Afamelanotid ist in der EU seit 2014 als Scenesse zentral über die EMA zugelassen (Phototoxizität bei EPP); als Bräunungsmittel nicht.
  • USA
    In den USA als Bräunungsspritze nicht zugelassen; Afamelanotid (Scenesse) ist als Arzneimittel gegen eine seltene Lichtunverträglichkeit zugelassen.

Wie es wirkt

Melanotan I aktiviert den MC1R-Rezeptor auf pigmentbildenden Hautzellen. Dadurch steigt die Bildung des dunklen Pigments Eumelanin und die Haut dunkelt unabhängig von UV-Licht nach. Die Rezeptorpharmakologie ist gut bekannt.

In einer Placebo-kontrollierten Studie mit 65 hellhäutigen Freiwilligen stieg die Melanindichte der Oberhaut in empfindlicher Haut im Mittel um 41 Prozent. Das zeigt die Pigmentwirkung der Substanz, sagt aber nichts über Qualität und Sicherheit von Graumarkt-Produkten.

Was die Forschung zeigt

Die belastbaren Daten betreffen das zugelassene Afamelanotid-Implantat bei EPP, nicht die Bräunung. In zwei Placebo-kontrollierten Studien mit zusammen 168 Erwachsenen verlängerte es die schmerzfreie Zeit im direkten Sonnenlicht.

Für selbst gespritztes Melanotan I zur Bräunung liegen keine kontrollierten Studien am Menschen vor.

StudieModellErgebnis
Studie in den USA94 Erwachsene mit EPP, Placebo-kontrolliertMediane schmerzfreie Zeit im Sonnenlicht 69,4 gegenüber 40,8 Stunden (p = 0,04).
Studie in der EU74 Erwachsene mit EPP, Placebo-kontrolliertMediane schmerzfreie Zeit 6,0 gegenüber 0,8 Stunden (p = 0,005), 77 gegenüber 146 phototoxische Reaktionen (p = 0,04).
Pigmentstudie65 hellhäutige Freiwillige, Placebo-kontrolliertMelanindichte der Oberhaut stieg in empfindlicher Haut im Mittel um 41 %.

Nebenwirkungen und Sicherheit

In den EPP-Studien traten vor allem Kopfschmerzen, Übelkeit, Nasopharyngitis und Rückenschmerzen auf, bei etwa einem Drittel der Behandelten eine leichte Pigmentierung an der Implantatstelle. Diese Zahlen stammen von einem medizinischen Implantat und gelten nicht für Graumarkt-Spritzen.

Produkte aus dem Internet sind nicht arzneimittelrechtlich geprüft, Gehalt, Reinheit und Verunreinigungen sind unbekannt. Eine Veränderung von Muttermalen sollte ärztlich kontrolliert werden.

Was du im Blick behalten solltest

  • Muttermale und Hautbild
    Der Wirkstoff regt die Pigmentbildung an, Muttermale können sich dadurch verändern.

Häufige Fragen

Ist Melanotan I dasselbe wie Afamelanotid?

Was ist der Unterschied zwischen Melanotan I und II?

Ist Melanotan I zur Bräunung zugelassen?

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Peptid-Bibliothek

Quellen

  1. EMA: Scenesse
  2. PubMed 16763547
  3. PubMed 26132941

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion