Rusfertide

Rusfertid (Mimrylo) ahmt das Eisenhormon Hepcidin nach und ist laut FDA-Angabe bei Polycythaemia vera zugelassen. Es senkt den Hämatokrit.

Wirkstoffklasse
Hepcidin-Mimetikum (Peptid)
Bereich
Herz & Blut
Status
In klinischer Prüfung
Studienlage
Gut untersucht
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    In der EU nicht als Arzneimittel zugelassen; ein Zulassungsantrag bei der EMA wurde bislang nicht bekannt.
  • USA
    Laut den vorliegenden Angaben am 28. August 2026 von der FDA als Mimrylo für Erwachsene mit Polycythaemia vera zugelassen.

Wie es wirkt

Rusfertid imitiert Hepcidin, das zentrale Eisenhormon des Körpers, und bindet an Ferroportin, den Kanal, über den Eisen aus Darmzellen und Eisenspeichern ausgeschleust wird. Dadurch steht dem Knochenmark weniger Eisen für neue rote Blutkörperchen zur Verfügung.

Da deren Bildung einen stetigen Eisennachschub braucht, bremst das die Produktion und hilft, den Hämatokrit im Zielbereich zu halten. So sinkt der Bedarf an wiederholten therapeutischen Aderlässen.

Was die Forschung zeigt

Die Zulassung stützt sich auf eine positive randomisierte Phase-2-Studie und die Phase-3-Studie VERIFY. In beiden wurden Hämatokrit kontrolliert und der Bedarf an Aderlässen verringert. Detaillierte Zahlen enthält das vorliegende Material nicht.

Beobachtungen zur Langzeitsicherheit über viele Jahre stehen als Zulassungsprodukt noch aus.

StudieModellErgebnis
VERIFYPhase 3, Erwachsene mit Polycythaemia veraHämatokrit kontrolliert, weniger Aderlässe nötig; Grundlage der FDA-Zulassung.
Randomisierte Phase-2-StudieMensch, Polycythaemia veraPositives Ergebnis bei Hämatokritkontrolle und Aderlassbedarf.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Laut Fachinformation sind die häufigsten Nebenwirkungen Reaktionen an der Einstichstelle und Anämie. Ernstere Aspekte sind neu auftretende oder sich verschlechternde Thrombozytose (hohe Blutplättchenzahl) und mögliche Schäden für ein ungeborenes Kind.

Der Einsatz erfolgt unter Aufsicht von Hämatologinnen und Hämatologen im Rahmen der Gesamtbehandlung der Erkrankung und des Gerinnselrisikos.

Was du im Blick behalten solltest

  • Hämatokrit
    Bei Polycythaemia vera ist der Anteil roter Blutkörperchen der zentrale Wert der Behandlung.
  • Hämoglobin
    Eine Anämie gehört zu den häufigsten Nebenwirkungen.
  • Thrombozyten
    Eine neu auftretende oder sich verschlechternde Thrombozytose ist als Risiko beschrieben.
  • Ferritin
    Als Hepcidin-Mimetikum beeinflusst der Stoff den Eisenhaushalt, den Ferritin mit abbildet.

Häufige Fragen

Wofür ist Rusfertid zugelassen?

Was ist ein Hepcidin-Mimetikum?

Ersetzt Rusfertid den Aderlass?

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Quellen

  1. EMA: Pädiatrischer Prüfplan (Befreiung) für Rusfertid

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion