Liraglutide

Liraglutid ist ein täglich gespritzter GLP-1-Agonist: als Victoza bei Typ-2-Diabetes und als Saxenda zur Gewichtsregulierung zugelassen.

Wirkstoffklasse
GLP-1-Rezeptor-Agonist
Bereich
Verdauung & Gewicht
Status
In der EU zugelassen
Studienlage
In der EU zugelassen
Aktualisiert
30. Oktober 2026

Zulassung

  • EU
    In der EU zentral über die EMA zugelassen: Victoza seit 2009 bei Typ-2-Diabetes, Saxenda seit 2015 zur Gewichtsregulierung.
  • USA
    In den USA von der FDA zugelassen: Victoza (2010) bei Typ-2-Diabetes, Saxenda (2014) zur Gewichtsregulierung.

Wie es wirkt

Liraglutid aktiviert den GLP-1-Rezeptor und ahmt damit ein natürliches Darmhormon nach, das nach dem Essen freigesetzt wird. Die Bauchspeicheldrüse schüttet dadurch bei hohem Blutzucker mehr Insulin aus. Da dies glukoseabhängig geschieht, ist das Risiko für Unterzuckerung allein gering. Zusätzlich sinkt die Glukagon-Freisetzung, und der Magen entleert sich langsamer, was den Blutzuckeranstieg nach Mahlzeiten dämpft und länger satt hält.

Im Gehirn wirkt Liraglutid auf Appetitzentren und verstärkt das Sättigungsgefühl. Natürliches GLP-1 wird in Minuten abgebaut; die Fettsäurekette lässt Liraglutid an Albumin binden, sodass die Halbwertszeit etwa 13 Stunden beträgt und eine tägliche Gabe genügt.

Was die Forschung zeigt

In der SCALE-Studie zur Gewichtsregulierung verloren Erwachsene unter der höheren Dosierung über 56 Wochen im Mittel etwa 8 % des Körpergewichts, unter Placebo etwa 2,6 %. Die LEADER-Studie von 2016 machte Liraglutid zum ersten GLP-1-Agonisten, für den eine Senkung kardiovaskulärer Ereignisse gezeigt wurde.

Mit seiner Albumin-bindenden Bauweise war Liraglutid Wegbereiter für das einmal wöchentlich gegebene Semaglutid.

StudieModellErgebnis
SCALEErwachsene mit Übergewicht, 56 Wochen, placebokontrolliertDurchschnittlich etwa 8 % Gewichtsverlust gegenüber etwa 2,6 % unter Placebo.
LEADERTyp-2-Diabetes mit hohem Herz-Kreislauf-RisikoErster GLP-1-Agonist mit gezeigter Senkung kardiovaskulärer Ereignisse.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Häufig sind Magen-Darm-Beschwerden, besonders beim Hochtitrieren: Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung und verminderter Appetit. Auch Kopfschmerzen, Müdigkeit und eine erhöhte Herzfrequenz kommen vor.

Seltener, aber ernster sind Bauchspeicheldrüsenentzündung, Gallenblasenprobleme einschließlich Gallensteinen und akutes Nierenversagen infolge von Flüssigkeitsverlust. Mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen steigt das Unterzuckerungsrisiko. In Tierversuchen traten Schilddrüsen-C-Zell-Tumoren auf; ob das beim Menschen geschieht, ist unbekannt, weshalb eine entsprechende Warnung besteht.

Was du im Blick behalten solltest

  • HbA1c
    Langzeitwert für den Blutzucker, der wichtigste Wert bei Typ-2-Diabetes.
  • Nüchternglukose
    Zeigt die kurzfristige Blutzuckerlage unter der Therapie.
  • Körpergewicht
    Gewichtsabnahme ist ein zentraler Effekt, auch für die Zulassung zur Gewichtsregulierung.
  • Muskelmasse
    Bei starker Gewichtsabnahme kann auch Muskelmasse verloren gehen.
  • Kreatinin
    Durch Erbrechen und Durchfall kann es zu akutem Nierenversagen kommen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Victoza und Saxenda?

Worin unterscheidet sich Liraglutid von Semaglutid?

Ist Liraglutid ein Peptid?

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Quellen

  1. EMA: Victoza

Diese Übersicht dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie ist keine Empfehlung, einen Wirkstoff anzuwenden. Keine Empfehlung und kein Therapieplan. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie oft, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So arbeitet die Redaktion